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Corona und Moral : Die Kopflosigkeit der Pandemie-Politik

  • -Aktualisiert am

Seine Beliebtheitswerte sinken: Gesundheitsminister Spahn bei einer Bundestagssitzung im Februar 2021 Bild: dpa

Wenn man es allen recht machen will: Deutschland ist bei der Corona-Bekämpfung äußerst zögerlich. Dabei sind gerade jetzt pragmatische Entscheidungen und entschlossenes Handeln gefragt.

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          Je undurchsichtiger, ja unerklärlicher die pandemische Lage wird – immer lautere Rufe nach „Lockerungen“ bei neuerdings wieder steigenden Infektionszahlen –, desto stärker gewinnt etwas anderes Kontur: Das staatliche Handeln litt von Anfang an unter einem moralischen Ballast, von dem nicht abzusehen ist, wie es ihn je wieder loswerden könnte. Wir würden „einander wahrscheinlich viel verzeihen müssen in ein paar Monaten“, hatte Bundesgesundheitsminister Spahn vor bald einem Jahr gesagt. Zumindest dafür scheint die Zeit reif. Die Mängellisten, die der Exekutive mittlerweile präsentiert werden, sind lang genug.

          Edo Reents
          Redakteur im Feuilleton.

          Nun gibt es, wenn etwas schiefläuft, ja immer Gründe, und die Aufarbeitung nimmt langsam Fahrt auf. Was weniger zur Sprache kommt, das ist, mit welcher Einstellung all die Maßnahmen getroffen wurden und noch werden. Die Aussicht vor Augen, dass sich die Inzidenzzahlen bald wieder im Bereich von zweihundert bis sogar fünfhundert bewegen könnten und es an Ostern schlimmer sein könnte als an Weihnachten, wird man jedenfalls nicht sagen können, hier wäre besondere Entschlossenheit am Werk.

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