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Was passiert in Italien? : Die Menschen sind erschöpft und frustriert

Italien, Bergamo: Das riesige Bild einer Zeichnung des venezianischen Künstlers Franco Rivolli zeigt an der Fassade des Krankenhauses Papa Giovanni XXIII. eine Ärztin mit Flügeln auf dem Rücken, die Italien wiegt. Bild: dpa

In Italien wird das Heulen der Sirenen wieder zum ständigen Hintergrundgeräusch. Auch die Warn-App schlägt immer häufiger Alarm. Aber die Angst vor Armut ist inzwischen stärker als jene, zu erkranken.

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          Die Regenbogenbilder mit den Worten „Andrà tutto bene“ – „alles wird gut“, die sich im Frühling aus Italien in die ganze Welt verbreiteten, waren nicht nur als Symbol der Hoffnung gemeint. Sie brachten die Verpflichtung zum Ausdruck, den Notstand zu überwinden. Italien ist gut darin, wieder aufzustehen. Knapp acht Monate nach Ausbruch der Pandemie ist der Stolz auf diese Fähigkeit möglicherweise Italiens größtes Problem.

          Karen Krüger

          Redakteurin im Feuilleton.

          Vom Virus unvorbereitet als erstes Land in Europa getroffen, hatte Italien es dennoch geschafft, die Ansteckung einzudämmen. Der Sommer brachte Erleichterung, man ging wieder in die Bar und an den Strand. Die Italiener dachten, sie seien dem Schlimmsten entkommen. Sie waren stolz darauf. Sie glaubten den Komplimenten der Weltgesundheitsorganisation oder der „Financial Times“, die erklärte, Italiens „harte Lektion“ helfe, die Pandemie „unter Kontrolle zu halten“. Man war überzeugt, die Risiken der kalten Jahrezeit irgendwie bewältigen zu können.

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