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Corona-Pandemie : Grenzen des Gesundheitsschutzes

  • -Aktualisiert am

Wie weit darf der Gesundheitsschutz gehen? Bild: dpa

In der Corona-Krise wird ständig zwischen Gesundheit und Freiheit abgewogen. Aber wie soll das gehen? Die Pandemie stellt uns vor schwierige Fragen der Moral.

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          Sie drohen wieder aufzupoppen: die Bilder von abgekämpften Pflegern, niedergeschlagenen Ärztinnen und überfüllten Intensivstationen, die zu wenig Intensivbetten, geschultes Personal und Beatmungsgeräte für die eingelieferten schwerstkranken Covid-19-Patienten haben. Zwar nicht in Deutschland, aber in Frankreich oder England, wo die Infektionsraten im heranrückenden Herbst wieder steil nach oben gehen, dorthin, wo sie in Brasilien oder Peru schon lange stehen. Das medizinische Personal konfrontierten die Engpässe mit einem moralischen Dilemma: Wem ein Intensivbett gewähren, wenn es davon zu wenige gibt?

          Wie man es dreht und wendet: Bei zu knappen Mitteln wird man nicht dem moralischen Recht eines jeden Schwerkranken auf medizinische Hilfe gerecht werden können. Entscheidungen nach den Erfolgsaussichten der jeweiligen Behandlung sind ein Notbehelf, aber keine moralisch glatte Lösung, die einen ruhig schlafen ließe. In Deutschland ist das eher ein theoretisches Problem. Aktuell soll nur ungefähr ein Prozent der Intensivbetten für Covid-19-Patienten belegt sein. Aber der allgemeine Gesundheitsschutz kann schnell wieder an seine Grenzen stoßen. Das lässt Maßnahmen moralisch geboten sein, es nicht (wieder) so weit kommen zu lassen.

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