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Corona-Experten : Fiktion schlägt Fakten?

  • -Aktualisiert am

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle Bild: dpa

Caspar Hirschis Schreckbild des engagierten Experten in der Corona-Krise entbehrt jeder faktischen Grundlage. Es lädt leichtfertig zur Verunglimpfung von Wissenschaftlern ein. Eine Entgegnung.

          5 Min.

          Die Bedeutung, die der Wissenschaft bei der Eindämmung der Coronavirus-Pandemie zukommt, hat viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ermutigt, ihre Rolle neu zu gestalten. So ist es begrüßenswert, dass sich gegenwärtig viele von ihnen über Forschung und Lehre hinaus in der Beratung von Politik und Öffentlichkeit engagieren. Mit wenigen Ausnahmen tragen sie dazu bei, die Debatte über angemessene Maßnahmen gegen die Pandemie durch Informationen zum aktuellen Erkenntnisstand zu versachlichen und wissenschaftsbasierte Handlungsempfehlungen zur Diskussion zu stellen.

          In seinem Artikel „Kalkül schlägt Kompetenz“ entwirft der Historiker Caspar Hirschi dagegen das Zerrbild eines „engagierten Experten“, der sich auf den „Notstand“ der Pandemie berufe, um seine wissenschaftliche Expertise für die direkte Beeinflussung politischer Entscheidungen einzusetzen, ohne die Abhängigkeit seines Handelns von bestimmten Wertorientierungen offenzulegen. Er behauptet zudem, die Bundesregierung mache sich diese Situation zunutze, indem sie ihre Entscheidungen als Ausdruck eines wissenschaftlich erwiesenen Sachzwangs legitimiere und solche Wissenschaftler, die sich allzu gern als Mitentscheider sähen, für politische Zwecke instrumentalisiere.

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