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Raubkunst in Privatbesitz : Codewort „Doktor Faust“

  • -Aktualisiert am

Rückerstattung an die Täter: Ferdinand von Schirach ließ die Geschichte der Kunstsammlung seiner Familie untersuchen. Was folgt aus dem Versagen der Nachkriegsbehörden für Raubkunst in Privatbesitz?

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          Die Debatte um das Jan van der Heyden zugeschriebene „Holländische Platzbild“, das der Xantener Dombauverein 1963 legal auf einer Auktion erworben hatte und im März dieses Jahres freiwillig an die Erben der 1941 enteigneten Vorbesitzer herausgab, brachte unangenehme Wahrheiten ans Licht. Das Gemälde war 1942 an Heinrich Hoffmann, Hitlers Leibfotografen, verkauft und nach dem Krieg von den Alliierten beschlagnahmt worden. Hoffmanns Tochter Henriette, die seit 1932 mit dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach verheiratet war, konnte das Bild 1962 von den bayerischen Behörden zurückkaufen und zu Geld machen.

          Die Restitution des in den Central Collecting Points sichergestellten NS-Kunstguts an seine rechtmäßigen Eigentümer konnte nie vollständig abgeschlossen werden. In der Nachkriegszeit ging die Verantwortung für die nicht unerheblichen Restbestände auf bundesdeutsche Stellen über. Bis in die jüngere Vergangenheit kam es zu Verkäufen vermeintlich herrenloser Stücke. Vor allem aber erhielten Täterfamilien in großem Stil ihre Kunst zurück – und zwar nicht nur „alten Besitz“, sondern irrtümlich eben auch Raubkunst mit jüdischer Provenienz. Moralisch belastete Werke gelangten durch diese formal legitimen Verwaltungsakte in den Handel.

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