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Australiens Wälder brennen : Auch imaginäre Verluste zählen

Eine riesige Rauchwolke wächst im australischen Bundesstaat Victoria in den Himmel. Bild: AP

Australien ist seit Langem ein Sehnsuchtsort des Kinos wie der Literatur. Jetzt brennen die Wälder des Kontinents – und mit ihnen werden auch die Orte der künstlerischen Phantasie zu Asche.

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          In Peter Weirs Film „Die letzte Flut“ spielt Richard Chamberlain einen Anwalt aus Sydney, der eine Gruppe von Aborigines verteidigen soll. Die Männer werden des Mordes an einem Stammesgenossen bezichtigt. Bei seinen Recherchen wird der Anwalt von bizarren Träumen und Vorahnungen heimgesucht. In einer Höhle, die den Ureinwohnern Australiens als Heiligtum dient, trifft er auf Prophezeiungen vom Untergang der Welt. Als er am Ende aus der Höhle an den Pazifikstrand läuft, sieht er eine riesige Wasserwand auf sich zurollen, die alles Leben an der Küste zerstören wird.

          Andreas Kilb
          Feuilletonkorrespondent in Berlin.

          „Die letzte Flut“ ist gut vierzig Jahre alt, und die Prophezeiung des Films hat sich als unwahr erwiesen. Australien wird nicht ertrinken, sondern verbrennen. Seit September rast eine Feuerwalze über die Küsten- und Bergregionen des Kontinents, die das Gesicht der Landschaft auf Dauer verändern wird. Bislang sind knapp sechseinhalb Millionen Hektar Wald und Busch eingeäschert, ein Gebiet von der Größe der Schweiz, ohne dass ein Ende der Flächenbrände abzusehen wäre.

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