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Burcu Türkers Reportagecomic : Wer ist gefährlich?

„Sie hat sich daran gewöhnt“: Die deutsche Comickünstlerin Burcu Türker betrachtet das Paris der Gelbwesten aus der Perspektive einer Demonstrantin. Bild: Burcu Türker

Mit dem Comic-Stipendium der Stadt Berlin ist ein Aufenthalt in Paris verbunden. Hier arbeitet Burcu Türker an einer Dokumentation der verfahrenen Situation der „Gelbwesten“ – der Ratlosigkeit der Demonstranten wie der Polizei.

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          In Burcu Türkers Comic ist Gelb die einzige Zusatzfarbe. Das Gelb der „Gelbwesten“. Derzeit lebt die Zeichnerin in Paris, als erste Empfängerin eines Comic-Stipendiums der Stadt Berlin, mit dem jährlich ein sechsmonatiger Arbeitsaufenthalt in der französischen Hauptstadt ermöglicht wird. Ihr dortiges Domizil hat Türker in der Cité International des Arts, einem für Künstler reservierten Atelier- und Wohnkomplex im vierten Arrondissement, direkt an der Seine, gleich gegenüber der Île Saint-Louis. Als sie vor bald vier Monaten dort einzog, plante sie einen Comic über das Verhältnis von Enge und Weite im Lebensraum, mit besonderem Bezug zu Paris. Doch dann begannen vor ihren Türen die Proteste der „gilets jaunes“, und der Blick der vierunddreißigjährigen Deutschen auf die neue Umgebung veränderte sich.

          Andreas Platthaus
          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Im Dezember zeichnete sie unter dem Eindruck der gewaltsamen Ausschreitungen einen von Rauchwolken umgebenen Arc de Triomphe auf die Serviette eines Restaurants, postete dieses Bild, und etwas später erklärte sie sich bereit, für die F.A.Z. einen Comic über die „Gelbwesten“ zu zeichnen. Doch Türker hatte kein Interesse an den üblichen Bildern, die allenthalben im Fernsehen zu sehen sind. Sie ging an Samstagen auf Recherche, beobachtete Ereignisse abseits der Brennpunkte des Geschehens, suchte nach Szenen für ihre Zeichnungen, und Anfang Februar, in der zwölften Woche der landesweiten Proteste, begegnete ihr das, was sie zeichnen sollte.

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