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Beitrag des Bundespräsidenten : Erinnerung ist kein Selbstzweck

  • -Aktualisiert am

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 18. Oktober auf einer Gedenkveranstaltung mit der an den Beginn der Deportationen von Juden aus Berlin vor 80 Jahren erinnert wurde. Bild: dpa

Warum tut sich unser Land so schwer mit der Erinnerung an die Frauen und Männer, die den Weg zur Republik gebahnt haben?

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          „Ich sterbe für die Freiheit, möge das Vaterland meiner eingedenk sein“: Das, so will es die Überlieferung, waren die letzten Worte von Robert Blum. Am 9. November 1848 trafen ihn die Kugeln eines Hinrichtungskommandos des kaiserlichen Militärs. Der deutsche Demokrat und Freiheitskämpfer, einer der bekanntesten Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung, starb auf einem Sandhaufen im Wiener Vorort Brigittenau.

          Robert Blum starb für die Freiheit – aber „seiner eingedenk“ ist heute fast niemand mehr. Der Schriftsteller Ludwig Pfau, auch er ein kaum noch genannter deutscher Revolutionär, schrieb über Blum: „Sein Volk wird ihm ein Denkmal setzen, größer als die Denkmale aller seiner Gefeierten; denn dieses Denkmal wird die deutsche Republik sein.“ Heute müssen wir feststellen, dass diese Prophezeiung sich zur Hälfte bewahrheitet hat. Die deutsche Republik, in Recht und Freiheit geeint, ist 1990 Wirklichkeit geworden, zum zweiten Mal nach 1918. Aber wer Robert Blum war und was er mit dieser Republik zu tun hat, das ist heute kaum noch jemandem bewusst.

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