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Brexit und die Wissenschaft : „Internationalität ist überlebenswichtig“

Venki Ramakrishnan steht seit 2015 an der Spitze der Royal Society. Er forscht für das Medical Research Council in Cambridge und arbeitete lange in Übersee. Im Jahr 2009 hat er mit anderen Ribosomen-Forschern den Chemie-Nobelpreis erhalten. Bild: Picture-Alliance

Großbritannien war immer ein Magnet für Talente – aber wie lange noch? Ein Gespräch mit Venki Ramakrishnan, dem Präsidenten der Royal Society, über die Folgen des Brexits für die britische Wissenschaft.

          4 Min.

          Die Kommentatoren zum Brexit-Vertragsentwurf schwanken zwischen Aufatmen und Enttäuschung. Könnte die Wissenschaft, sofern das Ergebnis überhaupt Bestand hat, damit leben?

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Das ist schwer zu sagen. Niemand weiß, was in den nächsten Wochen noch passieren wird. Auf der einen Seite wird im Austrittsvertrag gleich am Anfang, in der Präambel der Zusammenfassung, erwähnt, dass es von beiden Seiten eine Kooperation zwischen den Wissenschaftlern geben soll. Ich habe noch nicht alle fast sechshundert Seiten gelesen, doch das entscheidende Problem ist, dass bisher keine wirkliche Klarheit im Hinblick auf dieses Ziel herrscht. Es sind auch nicht die Details künftiger Regeln erkennbar, auf die es aber ankommt. Wir brauchen Klarheit, in jeder Hinsicht. Ein Abkommen, das den Zugang zu Förderprogrammen und Institutionen regelt, ist das eine. Das andere ist die Mobilität der Menschen. Wir sind immer noch sehr besorgt, dass in Großbritannien, das ja immer eine offene Gesellschaft war und nur noch von den Vereinigten Staaten in der Zahl ausländischer Wissenschaftler im Land übertroffen wird, die Hürden für den Austausch von Wissenschaftlern zu hoch gesetzt werden. Das muss in den nächsten Monaten unbedingt klargestellt werden.

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