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Trumps Drohungen : Bombenziel Kultur

Ohne Rücksicht auf Verluste: Donald Trump will im Ernstfall auch wichtige kulturelle Stätten Irans angreifen. Bild: AFP

Auf dem Weg zu den Vereinigten Schurkenstaaten: Mit seinem aggressiven Kurs in der Golfregion steuert Donald Trump sein Land in einen Konflikt – und wirft dabei jegliche westliche Moral über Bord.

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          Eine seltsame Laune des Zufalls machte am Montag einen Spielfilm von Sam Mendes über den Ersten Weltkrieg zum großen Gewinner bei den Golden Globes, der zweitwichtigsten amerikanischen Filmauszeichnung. Die Handlung von „1917“ führt zurück in die Schützengräben und greift zwei Soldaten heraus, die als Meldegänger das Inferno eines Stellungskrieges erleben, in dem man bei Verlassen der Deckung fast hilflos den Errungenschaften moderner Militärtechnik ausgeliefert war: Maschinengewehren, Bombenabwürfen aus Flugzeugen, Flammenwerfern, Giftgas – es traf beide Seiten gleich verheerend.

          Andreas Platthaus

          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Umso bedeutsamer wurde die moralische Legitimation: Schon 1914, als beim Einmarsch deutscher Truppen in Belgien die Bibliothek der Universität Löwen niederbrannte und wenige Wochen später die französische Krönungskathedrale in Reims durch deutsche Artillerie beschossen und schwer beschädigt wurde, war der Erste Weltkrieg auch zum Kulturkrieg geworden. Für die folgenden vier Jahre dominierte auf alliierter Seite das Propagandabild der „Hunnen“, einer entmenschten deutschen Soldatenmeute, denen jede Schandtat zugetraut werden musste. Besonders große Wirkung entfaltete diese Kampagne in den anfangs noch neutralen Vereinigten Staaten.

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