https://www.faz.net/-gqz-9s6hu
 

Spreewälder Hirsemühle : Gesinnungstest

  • -Aktualisiert am

Biomare machte den Anfang, es folgten Alnatura, Dennree, Biocompany und Weiling: Auslistung der Spreewälder Hirsemühle. Bild: dpa

Grotesker Boykott mit Irrwegen: Weil der Inhaber der „Spreewälder Hirsemühle“ Mitglied der AfD ist, listen namhafte Bioläden dessen Produkte aus. Empörung über die eigene Doppelmoral bleibt dagegen aus.

          2 Min.

          Wer im aufgeregten Greta-Klima nach grotesker Unterhaltung sucht, kann in diesen Tagen fündig werden in der Welt der wohlmeinenden und stets besserwissenden Bioläden. Das bislang nur Eingeweihten bekannte Unternehmen Spreewälder Hirsemühle geriet in die Schlagzeilen, weil auf einmal mehrere Biomarkt-Ketten ankündigten, seine Produkte auszulisten. Das Leipziger Unternehmen Biomare machte den Anfang, es folgten Alnatura, Dennree, Biocompany, Weiling und auch kleinere Bioläden.

          Der Grund für den Boykott: Der Inhaber der Spreewälder Hirsemühle, Jan Plessow, ist Mitglied der AfD. Das stehe im Widerspruch zu den Grundsätzen nachhaltigen Wirtschaftens, sagt Biomare-Chef Malte Reupert, der auf der Homepage seines Unternehmens einen ausführlichen E-Mail-Verlauf zwischen ihm und Plessow veröffentlicht hat. Reupert findet es völlig logisch, „dass sich Ihre Haltung auch auf Ihr Handeln als Unternehmer und damit Ihre Produkte niederschlägt“. Und diese Haltung ist schnell definiert: Sie entspricht in Reuperts bestechender Logik dem politischen Profil der AfD. Demnach leugne sie (und also auch Plessow) den menschengemachten Klimawandel, stelle sich gegen den Artenschutz und grenze viele Menschen aus. Als ökologischer Unternehmer mache sich Plessow deshalb unglaubwürdig.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Im Fokus: Thomas Bach, hier 2020

          IOC-Präsident Thomas Bach : Direktor ohne olympischen Geist

          „Wir fühlen uns betrogen“: Der Umgang mit Hiroshima lässt Japans Ärger über Thomas Bach, den deutschen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, weiter wachsen.