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Europäische Schulen : Wenn das Beste gerade gut genug ist

Die Eltern zahlen, also fordern sie auch Leistung: Sportlehrerinnen und Schüler der Europäischen Schule RheinMain in Bad Vilbel auf dem Weg in die Turnhalle. Bild: Franziska Gilli

Europäische Schulen sind eine exklusive Rarität. Weil Frankfurt nicht baut, ist die Nachbarstadt Bad Vilbel eingesprungen. Das Versprechen auf Bildungserfolg kommt gut an, hat aber seinen Preis. Ein Schulbesuch.

          7 Min.

          Es gab lange nur drei „Europäische Schulen“ in Deutschland, sie sind für die Kinder der Mitarbeiter großer EU-Institutionen reserviert, dürfen aber, sofern Platz ist, auch Privatschüler aufnehmen. Deren Eltern müssen jedoch das hohe Schulgeld selbst aufbringen, die Wartelisten sind trotzdem lang. In Frankfurt am Main dürfte es jetzt für private Europaschüler noch schwieriger werden, denn die 2002 endlich eingeweihte Europäische Schule im Nordwesten der Stadt ist längst zu klein. Seit vier Jahren behilft man sich mit Schulcontainern, was hässlicher klingt, als sie sind. Aber es sind Provisorien, und die jetzt schon große Schülerschar – 1430 Kinder und Jugendliche – soll noch einmal um etwa 1000 Kinder wachsen, so die Prognosen der Europäischen Zentralbank (EZB), für deren Mitarbeiter die Schule eingerichtet werden musste.

          Regina Mönch

          Freie Autorin im Feuilleton.

          Seit Jahren wird um diesen Neubau gestritten, und obwohl es einen glasklaren EU-Vertrag gibt, der das jeweilige Sitzland großer EU-Institutionen dazu verpflichtet, diese besonderen, vielsprachigen Schulen mit ausreichend Plätzen zur Verfügung zu stellen, lässt sich die Bundesregierung im Frankfurter Fall irritierend viel Zeit. Für die Mitarbeiterkinder der EZB und der Bankenaufsicht hat es Berlin gerade mal zu einer unverbindlichen Schul-Machbarkeitsstudie gebracht.

          Kinderlücke früh erkannt

          Das kann also noch dauern, trotz zahlreich vorhandener Kinder, deren Eltern, aus allen möglichen EU-Ländern kommend, jetzt in Frankfurt am Main arbeiten. Dieses Gezerre um eine Schule, in der neben allen anderen Besonderheiten auch Lehrer für die Förderung der etwa dreiundzwanzig Muttersprachen Europas benötigt werden, gehört wahrscheinlich zur Vorgeschichte der vierten deutschen Europäischen Schule, die es seit drei Jahren im hessischen Bad Vilbel gibt. Wahrscheinlich – weil das niemand mehr so bestätigen will –, dass ein umtriebiger, omnipotenter Ehrenstadtrat in Bad Vilbel diese Frankfurter Kinderlücke früh erkannte und mit einem eigenen Schulneubau füllen wollte.

          Den Neubau gibt es inzwischen, die EZB hat ihn nicht akzeptiert, auch wenn die Kinder einiger EZB-Mitarbeiter dort zur Schule gehen. Darum oder trotzdem wird die ganz private „Europäische Schule RheinMain“ (ESRM) auch „EZB-Schule“ genannt.

          Geheimnisvoll gute Erfolgsstatistik

          Sie steht am Rande der an Frankfurt grenzenden Mittelstadt, aus deren Perspektive ein monumentaler Bau, obwohl er eigentlich nur von vornherein großzügig geplant worden ist. Die Europäische Schule in Bad Vilbel, wo bereits 1250 Schüler lernen, ist die erste in Deutschland, die ihr besonderes Schulkonzept allen anbieten darf. Vom Obersten Rat der Europäischen Schulen in Brüssel bekam sie dafür das erforderliche Zertifikat. Das heißt, wer hier zur Schule geht, lernt von der ersten Klasse an eine Fremdsprache, später eine zweite und eine dritte, steigerungsfähig auf insgesamt fünf Fremdsprachen.

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