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Vernichtungslager Sobibor : Die Opfer sind nicht zu sehen

  • -Aktualisiert am

Schnappschüsse wurden untereinander getauscht: Schießübungen im Hof der Kommandantur, angeleitet von Johann Niemann (Mitte). Aufnahme aus dem Frühjahr 1942. Bild: United States Holocaust Memorial

Hunderte Fotos aus dem Nachlass des stellvertretenden Kommandanten des Vernichtungslagers Sobibor werden erstmals öffentlich präsentiert. Was zeigen sie wirklich?

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          Und immer wieder die Hand in der Uniformjacke: Johann Niemann fühlte sich sichtlich wohl mit dieser Geste, die er von Gemälden mit Napoleon gekannt haben wird. Besonnen wirkte er dann, entspannt und diszipliniert, wie einer, der alles im Griff hat. So wollte er gesehen werden, so sah er sich wohl selbst, deshalb ließ er sich immer wieder in dieser Pose fotografieren. Ein anderes Foto zeigt ihn noch herrschaftlicher: hoch zu Ross in Uniform, von unten aufgenommen und den Blick bedeutsam in die Ferne gerichtet. Dieses Bild von sich gefiel ihm offenbar so gut, dass er es als Postkarte vervielfältigen ließ.

          Niemann war sich seiner Bedeutung bewusst. Als stellvertretender Lagerkommandant eines Vernichtungslagers hatte er, der gelernte Maler, es weit gebracht: zum anerkannten Experten in Sachen Vergasung, der dieses zweite Handwerk schon früh gelernt hatte, als er mittun durfte bei den Massentötungen im Rahmen der „Vernichtung unwerten Lebens“.

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