https://www.faz.net/-gqz-tp0j

Bevölkerungsschwund : Deutschland schrumpft und vergreist

  • Aktualisiert am

Das demographische Gleichgewicht kippt Bild: AP

Dramatische Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes: Im Jahr 2050 wird Deutschland statt bisher 82,4 Millionen nur noch 69 bis 74 Millionen Einwohner haben. Zugleich wird das Durchschnittsalter der Bevölkerung von heute 42 auf 50 Jahre steigen.

          1 Min.

          Die Bevölkerungszahl in Deutschland wird nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von derzeit 82,4 Millionen Einwohnern bis 2050 auf 69 bis 74 Millionen zurückgehen. Zudem wird das Land weiter vergreisen. Dies zeigen Varianten einer Bevölkerungsvorausberechnung, die das Bundesamt am Dienstag in Berlin vorstellte. Bei diesen Varianten, die sich nur in der Höhe der Zuwanderung unterscheiden, wird eine Fortsetzung der aktuellen demographischen Entwicklung angenommen.

          „Der Rückgang der Bevölkerung ist nicht mehr aufzuhalten“, sagte der Vizepräsident des Bundesamtes, Walter Rademacher, bei der Vorstellung der 11. Bevölkerungsvorausberechnung. Weder eine höhere Geburtenrate oder eine schneller steigende Lebenserwartung noch eine stärkere Zuwanderung könnten diesen Trend noch stoppen. Ein Hauptgrund dafür sei die zu niedrige Geburtenzahl. Sie werde bis 2050 voraussichtlich auf rund 500.000 pro Jahr sinken von derzeit 685.000. Im vergangenen Jahr waren 144.000 mehr Menschen gestorben als auf die Welt gekommen. Diese Differenz droht auf voraussichtlich 600.000 im Jahr 2050 anzusteigen.

          Bevölkerungspyramide bis 2050 umgekehrt

          Die Bevölkerungszahl nimmt den Angaben zufolge nicht nur weiter ab. Es wird auch weniger Kinder geben sowie noch mehr ältere Menschen, die auch länger leben werden. Die Zahl der 60jährigen wird der Hochrechnung zufolge 2050 mit gut einer Million Menschen doppelt so hoch sein wie die Zahl der Neugeborenen. Derzeit ist deren Zahl nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in etwa ausglichen. „Die Bevölkerungspyramide wird sich bis 2050 umgekehrt haben“, so Rademacher. Damit werde auch das Durchschnittsalter der Bevölkerung von derzeit 42 auf 50 Jahre steigen. Die Zahl der Menschen, die 80 Jahre oder älter sind, werde sich bis 2050 von derzeit knapp vier Millionen auf zehn Millionen nahezu verdreifachen.

          Die Zahlen aus der neuen koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung bestätigen die bisher schon erkennbaren langfristigen Trends des demographischen Wandels. Als Grund für den Bevölkerungsschwund nannte Rademacher das weiter ansteigende jährliche Geburtendefizit.

          Rentenalter müßte auf 75 angehoben werden

          Wollte man den aktuellen Altenquotienten - das Verhältnis von Rentnern zu den 20- bis 65jährigen - auch künftig auf dem aktuellen Stand von 32 zu 100 halten, müßte man nach den Worten von Rademacher das Renteneintrittsalter „rein rechnerisch“ auf 74 bis 75 Jahre im Jahr 2050 anheben. Der Vizepräsident betonte, es handele sich bei den vorgestellten Daten um keine Prognose, sondern um Hochrechnungen auf der Basis unterschiedlicher Annahmen.

          Weitere Themen

          Bleibt das Geschäft in der Familie?

          Mittelstand : Bleibt das Geschäft in der Familie?

          Im deutschen Mittelstand schwindet offenbar das Interesse, das eigene Unternehmen an einen Nachfolger aus der Familie zu übergeben. Jeder zweite Inhaber kann sich dagegen einen externen Nachfolger vorstellen.

          Topmeldungen

          Christine Lagarde auf der Pressekonferenz in Frankfurt

          EZB-Präsidentin Lagarde : Zinsentscheid mit einem Lächeln

          Die neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, stellt sich erstmals nach einer Ratssitzung der Presse. Den Zinssatz lässt sie unverändert, doch ihr Stil unterscheidet sich deutlich von dem ihres Vorgängers Draghi.

          Europa League im Liveticker : 2:1 – Frankfurt dreht das Spiel

          Guimarães geht gegen die Eintracht mit einem umstrittenen Tor in Führung, dann aber profitieren die Frankfurter erst von einem Patzer, ehe sie ein zweites Mal treffen. Wer setzt sich am Ende durch? Verfolgen Sie das Spiel im Liveticker.
          Das nächste „große Ding“? Auch IBM forscht im Bundesstaat New York an Quantencomputern.

          Bahnbrechende Technologie : Im Quantenfieber

          Unternehmen treiben die Quantentechnologie voran – nicht nur mit Computern, die Unglaubliches leisten. Thales aus Frankreich will Vorreiter sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.