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Besetzte Volksbühne in Berlin : „Und bitte lüftet mal“

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Die Besetzer nennen es eine „transmediale Theaterinszenierung“: Die Berliner Volksbühne hat ungebetenen Besuch erhalten. Bild: Twitter/vb6112

Aktivisten haben die Berliner Volksbühne besetzt, wollen das aber nicht als Protest gegen deren Leitung verstanden wissen. Die verhandelt jetzt mit den ungebetenen Gästen – und hat ein paar Bitten.

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          Verwirrung um die Berliner Volksbühne: Seit Freitag haben Aktivisten das Theater besetzt, wie es weitergeht, ist unklar. „Die Gespräche endeten vorläufig ergebnisoffen“, erklärte die Volksbühne am Samstag auf ihrer Facebook-Seite. Bis tief in die Nacht habe es Gespräche zwischen den Aktivisten, der Kulturverwaltung und dem Volksbühnenteam gegeben, sagte der Sprecher des Theaters Johannes Ehmann der Deutschen Presse-Agentur. Auch Intendant Chris Dercon und Kultursenator Klaus Lederer (Linke) waren dabei.

          Die Kassen im Theater blieben vorerst geschlossen, erklärte das Volksbühnen-Team weiter. Den Mitarbeitern sei die Arbeit dort unter den aktuellen Umständen nicht zuzumuten.

          Am Samstag werde es weitere Gespräche geben, sagte der Sprecher der Berliner Kulturverwaltung, Daniel Bartsch. Eine Räumung sei nicht geplant. Die Aktivisten kündigten unterdessen eine „erste Vollversammlung“ für Samstagnachmittag an - und riefen via Twitter zu Sachspenden wie Toilettenpapier oder Büromaterial auf.

          Das Künstlerkollektiv nennt sich „Staub zu Glitter“ und hatte erklärt, in der Volksbühne solle ein neues „Anti-Gentrifizierungszentrum“ entstehen. Drei Monate wollten sie zunächst bleiben und ein eigenes Programm auf die Beine stellen. Die Übernahme sei als „darstellende Theaterperformance“ zu sehen.

          Die Aktivisten riefen ehemalige Mitglieder der Volksbühne zum Mitmachen auf. Eine Sprecherin erklärte in der rbb-Abendschau: „Wir kritisieren nicht Chris Dercon, sondern die Stadtentwicklung.“ Jeder sei nun eingeladen, in die Volksbühne zu kommen und mitzumachen. Die Aktion sei seit langem geplant gewesen.

          Um das Theater tobt seit Monaten ein teils erbitterter Streit. Hintergrund ist der Kurs von Dercon, der als Nachfolger des langjährigen Chefs Frank Castorf im August das Haus übernahm. Kritiker befürchten, dass die Volksbühne zu einem kommerzialisierten Eventtheater umgestaltet werden könnte.

          In dem Haus am Rosa-Luxemburg-Platz sind erst ab November Aufführungen des Dercon-Teams geplant. Derzeit finden Vorstellungen nur am zweiten Spielort auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof statt. Das Theater erklärte Samstag, dass die geplanten Vorstellungen dort selbstverständlich stattfänden. Von den Aktivisten erwarte man, dass sie die Hausregeln beachteten, das Haus nicht beschädigten und den Mitarbeitern „friedlich“ begegneten. „Und bitte lüftet mal.“

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