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Beruf und Familie : Was ist nur mit den Frauen los?

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.-Greser&Lenz

Es ist eine Frechheit. Wie kann es sein, daß 2006 das Kinderkriegen zur alleinigen Frauensache erklärt wird? Warum ist so wenig von den Männern die Rede? Was geschehen muß, um die Deutschen vor dem Aussterben zu bewahren.

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          Auf dem Titel der „Bild“-Zeitung prangten am Freitag die Köpfe von einflußreichen Medienfrauen, Sabine Christiansen ist darunter, Sandra Maischberger, dazu die Überschrift: „Deutschlands Superfrauen - ohne Kinder mehr Erfolg?“. Die Zeitungsseite sieht aus, als würden hier Schwerverbrecherinnen gezeigt, die Gesichter sind vor einen schwarzen Hintergrund montiert, bei jeder Frau steht in Klammern ihr Alter dabei - kalte weibliche Profis zwischen 35 und 49 Jahren, keine von ihnen Mutter.

          Es ist eine Frechheit. Wie kann es sein, daß 2006 das Kinderkriegen zur alleinigen Frauensache erklärt wird? Wo sind die potentiellen Väter dazu, wenn man denn überhaupt mit dem Finger auf andere Leute zeigen muß? Da läuft gerade einiges falsch in diesem Land, und so schön es ist, daß das nun offenbar offiziell als Gefahr erkannt ist, so grotesk ist der öffentliche Umgang mit einem Thema, das eigentlich das natürlichste der Welt sein sollte: Kinder.

          Es bedeutet ja nichts mehr etwas

          Was bisher geschah: Seit sich in den sechziger Jahren die Antibabypille durchsetzte und Frauen nicht mehr automatisch schwanger werden, ist das Gleichgewicht aus den Fugen. Zuerst sah alles nach Fortschritt aus. Frauen konnten auf einmal, genau wie Männer, über ihr Leben selbst bestimmen, konnten Berufe erlernen, in diesen Berufen arbeiten, es schien etwas mit Freiheit zu tun zu haben. Langsam setzt die Erkenntnis ein, daß das Gegenteil der Fall ist. Beziehungsweise, daß die Pille Freiheit vor allem für Männer bedeutet. Die können seither folgenlosen Sex haben, der sie jeglicher Verantwortung enthebt. Für die Kinderplanung sind seit Einführung der Pille alleine die Frauen zuständig. Früher hingen beide mit drin, wenn ein Baby entstand - heute entsteht überhaupt nur noch eins, wenn die Frau das entscheidet. Und Männer können kommen und gehen, wie sie wollen.

          Alles sein sollen, nichts richtig machen können

          Es bedeutet ja nichts mehr etwas. Die Vorteile sind bekannt. Die Nachteile allerdings gravierend: Denn Frauen haben sich damit freiwillig alles aufgebürdet, und alles allein, Beruf und Familie. Das ist sehr praktisch für den Rest der Gesellschaft, der auch mit Kindern weiterleben kann wie zuvor. Aber für Frauen stellt die Situation, wie sie jetzt in unserem Land herrscht, eine riesige Belastung dar: Alles sein zu sollen, nichts richtig machen zu können, nach der Babypause wieder in den Beruf zu finden, halbtags zu arbeiten, um die Tagesmutter zu bezahlen, die man beschäftigt, um sich nicht wie ein minderer Mensch zu fühlen, der nicht mehr arbeitet und statt dessen zu Hause bleibt und mit dem Kind spielt, wo man doch aber gelernt hat, sich über seinen Beruf zu definieren; später nicht zur Arbeit zu können, wenn das Kind die Windpocken hat oder im Kindergarten alle Läuse haben. Das ist alles zu organisieren und sogar noch viel mehr, wie im eben erschienenen Buch „Die Unmöglichen - Mütter, die Karriere machen“ (Diana-Verlag) zu lesen ist.

          Das ganze Ausmaß des Wahnsinns

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