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Festival Pop-Kultur : Berlins Kultursenator wendet sich gegen Israel-Boykotteure

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Entschlossen: Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linkspartei). Bild: dpa

Das „Festival Pop-Kultur“ sieht sich abermals Boykott-Aufrufen ausgesetzt. Dahinter steckt die BDS-Bewegung, die Israel isolieren will. Berlins Kultursenator Klaus Lederer wendet sich dagegen.

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          Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hat anti-israelische Aufrufe gegen das Festival Pop-Kultur, das vom 15. bis 17. August stattfindet, kritisiert. Der Boykott von Kunst und kulturellem Austausch sei kein sinnvolles Mittel, um in einem „komplexen Konflikt“ Veränderung und Annäherung zu erreichen, heißt es in einer Mitteilung des vom Senat geförderten Festivals. „Boykottaufrufe gegen Israel sind von Dämonisierung und Doppelstandards geprägt, sie bedienen und befördern antisemitische Denkmuster“, erklärte Lederer.

          Auch in diesem Jahr sieht sich das Festival um Musicboard-Chefin Katja Lucker mit Boykott-Aufrufen konfrontiert. Der amerikanische Musiker John Maus sowie die Briten Shopping, Richard Dawson & Band und Gwenno hatten ihre Teilnahme abgesagt. Das Festival bekräftigte, dass es sich von solchen Aktionen nicht einschüchtern lasse. Anlass für den Boykott ist die Unterstützung des Festivals durch die Botschaft Israels, die 1200 Euro für Unterkunft und Reisekosten für drei Künstler beisteuert.

          Hinter dem Boykott-Aufruf steht die Bewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen). Sie begründet ihre Aktionen, mit der Politik Israels gegenüber den Palästinensern. Roger Waters (Pink Floyd) und Brian Eno (Roxy Music) sind Fürsprecher der Organisation, die nicht nur von der israelischen Regierung als antisemitisch eingestuft wird.

          Lederer wird zum Thema bei der Eröffnung des  Festivals mit der israelischen Autorin Lizzie Doron diskutieren. Rund hundert Konzerte, DJ-Sets, Ausstellungen, Installationen, Talks und Filme sind in der Kulturbrauerei geplant. Dazu zählen die Cloud-Rapperin Haiyti, Can-Keyboarder Irmin Schmidt und die Berliner Singer-Songwriterin Kat Frankie.

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