https://www.faz.net/-gqz-9qvd1

Neutralitätsgesetz : Berlin ohne Kopftuch

Ist das diskriminierend? Im Berliner Arbeitsgericht wurde das Kopftuchverbot für Lehrerinnen verhandelt. Bild: dpa

In Berlin dürfen Lehrerinnen kein Kopftuch tragen. Trotz anhängiger Klagen hält der Senat am Neutralitätsgesetz fest. Ein Rechtsgutachten bestätigt nun: Das Kopftuchverbot an Schulen ist verfassungskonform.

          3 Min.

          Berlin ist nicht nur arm, aber sexy, wie es so schön heißt, sondern auch unerschrocken neutral. Hier darf jeder (fast) alles, Vielfalt ist erwünscht, Toleranz Pflicht, Diskriminierung uncool. Doch nicht überall ist der betont lässige Umgang gelebte Wirklichkeit. Diese Tugenden im Schulalltag einzufordern und umzusetzen gehört zu den schwersten Aufgaben in einer Stadt, die mit Lehrermangel, fehlenden Schulplätzen, schlechten Schülern, Brennpunkten, Inklusionsdruck und einer wachsenden Zahl an Migranten regelmäßig Schlagzeilen macht.

          Hannah Bethke

          Feuilletonkorrespondentin in Berlin.

          Berliner Lehrer dürfen niemanden wegen seines Glaubens und seiner Weltanschauung benachteiligen, aber auch keinen religiös bevormunden. Alle müssen das in Artikel 4 des Grundgesetzes verbürgte Recht auf Religionsfreiheit akzeptieren, ohne dabei die Trennung zwischen Staat und Religion zu verwischen. Als Angestellten im öffentlichen Dienst ist es den Lehrern verboten, sichtbare religiöse oder weltanschauliche Symbole und Kleidungsstücke zu tragen. So schreibt es das Neutralitätsgesetz im Artikel 29 der Verfassung von Berlin vor, das 2005 erlassen wurde.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Ganz in Schwarz: Sicherheitskräfte eskortieren zwei mutmaßliche Ehefrauen von IS-Kämpfern durch ein Lager im Nordosten Syriens.

          Prozess für IS-Rückkehrerin : Sarah war im Krieg

          Sie lebte im beschaulichen Konstanz und war eine gute Schülerin. Dann machte sich die 15 Jahre alte Gymnasiastin auf den Weg zum „Islamischen Staat“ in Syrien – nun steht sie vor Gericht.