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Repressionen in Belarus : Das System Lukaschenko

Für friedliche Forderungen nach Gerechtigkeit gibt es Gefängnisstrafen: Unterstützer der belarussischen Opposition vorigen August in Minsk Bild: AFP

Die Illegitimität der Präsidentschaftswahl in Belarus vor einem Jahr wird durch Repressionen kompensiert. Viele müssen wählen zwischen Freiheit und Heimat. Wir schildern einige Schicksale.

          6 Min.

          „Fahr weg“ in Zeichensprache

          Andrej Scharendo, Brest

          Kerstin Holm
          Redakteurin im Feuilleton.

          Scharendo und seine Frau Polina sind Aktivisten des Europäischen Belarus, einer Organisation des im Londoner Exil lebenden früheren Präsidentschaftskandidaten Andrej Sannikow. Polina Scharendo-Panasjuk wurde im Januar verhaftet und im Juni zu zwei Jahren Strafkolonie verurteilt, weil sie gegen einen Polizisten Gewalt angewendet und den belarussischen Präsidenten beleidigt haben soll. Vor dem Gericht erklärte Scharendo-Panasjuk, die Vorwürfe gegen sie seien politisch motiviert und es sei die „ehrenvolle Pflicht eines Bürgers, einem Banditen entgegenzutreten“.

          Die belarussischen Behörden verdächtigen Scharendo, er habe staatlichen Interessen geschadet, weil er in den Medien mit der Aussage zitiert wurde, mit einem terroristischen Diktator könne man nicht verhandeln. Seit Ende Mai stand er unter Hausarrest, durfte kein Internet benutzen, aber einkaufen und seine zwei Söhne in den Kindergarten bringen.

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