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Berliner Museums-Vorhaben : Einfach drauflosbauen ist auch keine Lösung

Ein bisschen mehr architektonisches Arte Povera würde gut tun: Entwurf des Museums des 20. Jahrhunderts von 2018 Bild: Herzog & de Meuron

Beim geplanten „Museum der Moderne“ in Berlin explodieren noch vor Baubeginn die Kosten. Der Kunstmäzen Erich Marx könnte seine Sammlung offenbar bald abziehen. Ist die Situation noch zu retten?

          7 Min.

          Am heutigen Montag wird Kulturstaatsministerin Monika Grütters den Abgeordneten des Haushaltsausschusses etwas erklären müssen. Es geht um die Kosten des neuen Museums, das am Berliner Kulturforum errichtet werden soll. Es geht um einen Entwurf, der sich deutlich verändert hat. Es stellt sich, auch wenn die Ministerin davon nichts hören will, die Frage, ob nicht allen gedient wäre, wenn vorerst die Notbremse gezogen und noch einmal grundlegend mit allen Beteiligten darüber geredet wird, was man hier eigentlich will, statt das Projekt in seiner seltsamen aktuellen Form durchzuprügeln. Was ist passiert?

          Niklas Maak
          Redakteur im Feuilleton.

          Ursprünglich sollte zwischen Mies van der Rohes Nationalgalerie, Scharouns Philharmonie und der Matthäikirche ein Ergänzungsbau entstehen, der sich optisch zurücknimmt und Platz für die Kollektionen von Kunst des 20. Jahrhunderts, vor allem auch für die Sammlungen Marx, Marzona und Pietzsch schafft. Für den Bau hatte Grütters statt der ursprünglich veranschlagten 130 Millionen üppige 200 Millionen Euro bewilligt bekommen – eine komfortable Summe, mit der andere Städte sich locker zwei spektakuläre Museen bauen.

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