Austritte in München : Die Akademie zerstreitet sich über die Pandemie

Der Freistaat Bayern hat die Bayerische Akademie der Schönen Künste zur „obersten Pflegestelle der Kunst“ bestimmt. Sie berät die Staatsregierung in künstlerischen Angelegenheiten und soll jederzeit „für die Würde der Kunst eintreten“. In einem langen Interview in der „Süddeutschen Zeitung“ hat der Präsident der Akademie, der Architekturhistoriker Winfried Nerdinger, am 7. Mai die Ansicht geäußert, die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hätten enthüllt, wie viel die Kunst dem Staat wert sei: nichts oder fast nichts. „Krisen ermöglichen eben auch einen Blick auf sonst eher verdeckte Strukturen und Hierarchien.“ Bis zur Wiedereröffnung der Theater werde „die Würde des Menschen durch den Friseur wiederhergestellt“, was Nerdinger „einfach erschreckend“ nannte.
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