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Amerikas dunkle Gegenwart : Die Ära des Patienten Trump

Der amerikanische Präsident Donald Trump auf dem Weg ins Militärkrankenhaus Bild: Reuters

Als mein Vater den späteren Präsidenten rettete: Ayad Akhtar, Sohn pakistanischer Einwanderer, schreibt mit „Homeland Elegien“ eine erschreckende Saga über ein zerrissenes Land. Man darf sie für bare Münze nehmen.

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          Im Jahr 1993 bricht der New Yorker Unternehmer Donald Trump durch eine Herzschwäche zusammen. An die kurze Autofahrt zu seinem Luxusresort Mar-a-Lago nördlich von Miami wird er sich später nicht mehr genau erinnern. Als er das Bewusstsein verliert und in den Fußraum rutscht, hält der Chauffeur an und schleppt seinen Arbeitgeber auf den Gehsteig, das Rauschen der Brandung im Ohr. Er dreht ihn auf den Rücken und sieht „von Trumps Augen nur noch das Weiße“. Später wird der damals siebenundvierzigjährige Trump seinem neuen Kardiologen, einem Spezialisten für das wenig erforschte Brugada-Syndrom, von beunruhigenden Anzeichen erzählen, einem Trommeln in der Brust, das sich angefühlt habe, „als würde mein Herz in dieser großen leeren Trommel herumgeschleudert“.

          Paul Ingendaay

          Europa-Korrespondent des Feuilletons in Berlin.

          Man darf diese Geschichte für bare Münze nehmen, obwohl sie in einem Roman steht. „Homeland Elegien“, der soeben in Amerika herausgekommene und nächste Woche bei Claassen auf Deutsch erscheinende Roman von Ayad Akhtar, ist „Autofiktion“, ein Erzählen dicht an nachprüfbaren Tatsachen entlang. In öffentlichen Gesprächen über sein Buch verwechselt Akhtar, geboren 1970 als Sohn pakistanischer Einwanderer, immer wieder den Erzähler des Buchs mit dem eigenen Ich.

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