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Der Autor Peter Handke : Lest ihn doch einfach mal!

  • -Aktualisiert am

Die Handke-Regel: Je umstrittener das Buch, desto höher sein Preis im Antiquariat. Bild: dpa

Demokratie ist, wenn man sich irren darf: Peter Handke schreibt schwierige, verwinkelte Texte eines Zweifelnden, die mitunter auch zweifelhaft sind. Aber sie sind keine Kriegserklärungen. Ein Gastbeitrag.

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          Die Barfüßler-Stelle, auf die Saša Stanišić sich in seiner bekannten Buchpreisrede bezieht, steht auf Seite 40 des „Sommerlichen Nachtrags“ von Peter Handke. Die Füße kommen ins Spiel, weil ein amerikanischer Journalist, der auf der Seite davor zitiert wird, über den Führer einer paramilitärischen serbischen Truppe schreibt, dass er „oft barfuß ging“. Auf diese seltsame Äußerung bezieht sich Handke, als er fragt, wie es eigentlich möglich sei, dass eine Horde von Barfüßlern sich in Visegrád ungehindert austoben konnte, und jetzt kommt es, „gegenüber einer mehrheitlich muslimischen, für den Krieg schon gut gerüsteten, überdies noch die Obrigkeit stellenden Bevölkerung?“

          Hier geht es offensichtlich nicht um Schuhe. Hier stellt jemand eine Frage, die ich auch stellen könnte: Wie war das möglich? Wie kann das sein? Der frischgebackene Buchpreisträger, der für seine „Narrative gegen Geschichtsklitterung“(!) ausgezeichnet wurde, beantwortet diese Frage nicht, sondern er paraphrasiert sie – einleuchtend, aber falsch: Handke beschreibe „Milizen, die barfuß nicht die Verbrechen begangen haben können, die sie begangen haben“. Die Suggestion einer Suggestion – sowas kriegt nur ein Schriftsteller zustande. Kurz gesagt, er unterstellt Handke, diese Verbrechen zu leugnen: Handke – ein Genozid-Leugner. Und er, der Buchpreisträger, muss es wissen, er war schließlich dabei. Aber wo war er dabei? Als Handke Verbrechen leugnete?

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