https://www.faz.net/-gqz-943ic

Brief der EU-Kommission : Britische Städte können nicht mehr Europas Kulturhauptstadt werden

  • Aktualisiert am

Als letzte britische Stadt trug Liverpool im Jahr 2008 den Titel „Kulturhauptstadt Europas“. Bild: dpa

In gut fünf Jahren hätte wieder eine britische Stadt den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ tragen dürfen. Jetzt hat die EU-Kommission das Vereinigte Königreich aus dem Programm ausgeschlossen. Die Empörung ist groß.

          1 Min.

          Britische Städte kommen nach dem Brexit nicht mehr als Europäische Kulturhauptstadt infrage – diese Erkenntnis hat in Großbritannien für Erstaunen und Empörung gesorgt. „Das ist eine verrückte Entscheidung der Europäischen Kommission“, polterte der britische Unterstaatssekretär für Kunst, John Glen, am Donnerstag. Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon teilte mit, sie sei „absolut bestürzt“. Parlamentsabgeordnete sprachen von „perfiden Absichten“ und „bösartigem Gehabe“ von Seiten der EU-Kommission. Ein Regierungssprecher teilte mit, der Titel sei bereits in Länder wie Norwegen, die Türkei und Island gegangen, die ebenfalls keine EU-Mitglieder seien.

          Dundee, Nottingham, Leeds, Milton Keynes und die nordirischen Städte Belfast, Derry und Strabane hatten sich um den Titel im Jahr 2023 beworben. Die EU-Kommission hatte diese Woche einen Brief an das Londoner Ministerium für Kultur geschickt, in dem es hieß: „Infolge des Austritts aus der Europäischen Union wird eine Teilnahme des Vereinigten Königreichs an den Aktivitäten (...) nicht möglich sein“. Drittstaaten könnten nicht mitmachen.

          Die EU-Kommission machte in dem Brief an London klar, dass Ausnahmen nur für EU-Beitrittskandidaten und Mitglieder der Europäische Freihandelsassoziation beziehungsweise des Europäischen Wirtschaftsraums infrage kommen. Die britische Regierung schließt einen solchen Status bislang für sich aus.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Gergely Karácsony auf einer Aufnahme vom März 2018

          Kommunalwahlen in Ungarn : Die Hauptstadt wendet sich gegen Orbán

          Die Fidesz-Partei des Ministerpräsidenten erleidet empfindliche Niederlagen in Budapest und anderen wichtigen Städten. Das hat mit Skandalen und Korruptionsvorwürfen zu tun, aber auch mit einer Kooperationsstrategie der Opposition von links bis ganz rechts.
          Der amtierende indische Ministerpräsident Narendra Modi

          Hohe Verschuldung : Weltbank warnt vor indischer Krise

          Die Lage der Banken wird prekärer. Von faulen Krediten im Volumen von rund 150 Milliarden Dollar ist die Rede. Nun schlagen die Probleme aus dem Finanzsektor auf die Binnenwirtschaft durch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.