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Umerziehung der Uiguren : Wascht Gehirne, reinigt Herzen

  • -Aktualisiert am

In dieser Familie ist die Partei der Elternteil, die Völker sind die Kinder: Protestierende Uiguren in Xinjiang Bild: dpa

In Umerziehungslagern bringt die chinesische Regierung in der Provinz Xinjiang ethnische Minderheiten auf Parteilinie – und inszeniert sich als die besseren Eltern. Die Schilderungen von Augenzeugen sind erschreckend. Ein Gastbeitrag.

          7 Min.

          Die Katze ist aus dem Sack: Die chinesische Regierung hat die Welt angelogen. Neue Dokumente, einige davon streng geheim, liefern den schlagenden Beweis für eine beispiellose Kampagne der Unterdrückung in der entlegenen autonomen Region Xinjiang, der frisch auserkorenen Kernregion von Staatspräsident Xi Jinpings „neuer Seidenstraße“.

          Seit Herbst vorigen Jahres ließ die Regierung junge uigurische Männer und Frauen aus den vorgeblichen „Berufsbildungsstätten“ vor laufenden Kameras tanzen und mit lächelnden Mienen chinesische Regierungsslogans vortragen. In Xinjiang, so der Tenor, würden junge Menschen mit Berufsbildungsmaßnahmen von extremistischem Gedankengut ferngehalten. Diese Fassade ist in sich zusammengefallen. Bereits Mitte November veröffentlichte die „New York Times“ interne Dokumente aus der Region (siehe den Bericht der Pekinger F.A.Z.-Korrespondentin). Diese enthielten eine Rede, in der Staatspräsident Xi Jinping selbst die mehrheitlich muslimischen Minderheiten als von einem gefährlichen „gedanklichen Virus“ befallen beschrieb, der nur durch eine „Phase der schmerzhaften, interventiven Behandlung“ ausgerottet werden könne. Die Website einer Bezirksregierung gibt offen an: Die Umerziehung „wäscht Gehirne, reinigt Herzen“.

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