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Besuch im Bordell „Artemis“ : Sex ist auch nur eine Arbeit

Sexarbeiterin im Artemis: Sorgen die Behörden sich hier wirklich um das Wohl der Frauen? Bild: Jens Gyarmaty

Das „Artemis“ in Berlin will ein Bordell ohne Ausbeutung sein: ein sauberes Haus, in dem die Frauen selbstbestimmt ihre Sexarbeit tun können. Warum werden Betreiber und Frauen drangsaliert?

          15 Min.

          Um elf Uhr hat Sila angefangen, sich für die Arbeit zurechtzumachen, und jetzt, um 17 Uhr, erklärt sie, dass sie bereit sei für den ersten Freier. Die Deutschtürkin, lange dunkle Haare, feingezeichnetes Gesicht und perfekte Figur, sitzt im Büro des Berliner Bordells „Artemis“. Neben ihr haben Loira und Dsera Platz genommen. Die Frauen haben sich in Badetücher gewickelt. Darunter tragen sie ihre Arbeitskleidung. Bei Sila ist es ein mit Strass verzierter Stringtanga, sonst nichts. Sie ist sorgfältig geschminkt, das Haar fällt weich, sie trägt Highheels und roten Nagellack. Um sich so zurechtzumachen, braucht eine Frau, großzügig gerechnet, 75 Minuten.

          Karen Krüger

          Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Was also hat sie zwischen 11 und 17 Uhr gemacht?

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