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Armenische Baudenkmäler : Krieg gegen das kulturelle Erbe

  • -Aktualisiert am

Über dem Grab des Heiligen Dad, eines Schüler des Apostels Judas Thaddäus, errichtet: Kloster Dadivank Bild: Getty

Vergessene Schätze: Im Konflikt um die Region Nagornyj-Karabach sind armenische Baudenkmäler in großer Gefahr. Ihre endgültige Zerstörung wäre ein unersetzlicher Verlust.

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          Die Bilder verbreiteten sich im Netz und erreichten die Weltöffentlichkeit: Bilder von der durch aserbaidschanische Drohnenangriffe schwer beschädigten Kathedrale von Schuschi, von der benachbarten Kirche Johannis des Täufers, in Armenien aufgrund ihrer grünen Kuppel als Kanatsch Scham (Grüne Kirche) bekannt, nun ihrer beiden markanten Glockentürme beraubt, die aserbaidschanische Soldaten sprengten. Diese ließen sich andernorts, etwa in Kubatli, stolz als Zerstörer christlich-armenischer Kulturdenkmäler feiern und filmen. Ihre Siegesposen, begleitet von lauten „Allahu Akbar“-Rufen kursierten im Internet.

          In der neuerlichen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Armenien und Aserbaidschan wandte sich das Kriegsglück nun mit tatkräftiger türkischer Unterstützung zugunsten der Aserbaidschaner. Mit dem durch Russland vermittelten Waffenstillstandsabkommen vom 10. November muss Armenien alle sieben Nagornyj-Karabach einfassenden ehedem aserbaidschanischen Distrikte abtreten. Nagornyj-Karabach wird wieder zur Exklave, lediglich durch einen fünf Kilometer breiten Korridor im Laschin-Distrikt mit der Republik Armenien verbunden. Für die Armenier besonders hart ist, dass sie zudem die beiden südlichen Nagornyj-Karabach-Distrikte Schuschi und Hadrut an Aserbaidschan abtreten müssen. Hierbei handelt es sich um von Armeniern seit der Antike besiedelte Gebiete mit vielen kulturellen Zeugnissen ihrer Präsens. Es ist zu befürchten, dass auf ihre Vertreibung die systematische Zerstörung des kulturellen Erbes folgt, allein um die Zeugnisse, die einen historischen Anspruch dokumentieren, zu vernichten.

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