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Archäologie : Was gibt es Neues von der Varusschlacht?

Möglicher Römerweg auf dem Gelände in Kalkriese, im Hintergrund der Aussichtsturm des Varusschlachtmuseums Bild: Picture-Alliance

Bevor Netflix-Serien das historische Gedächtnis komplett verfälschen, lohnt ein Blick auf die Fundregion Kalkriese, wo die Varussschlacht wahrscheinlich stattgefunden hat. Neue Grabungen sorgen für Kontroversen.

          7 Min.

          Die Sonne hat die Wiesen auf dem Oberesch schon fast ausgetrocknet. Ein Pavillon spendet noch etwas Schatten, lange aushalten kann man es ohne Sonnenschutz auf dem Schotterweg am Rande des Moors nicht. Es zieht einen in den angrenzenden Wald mit seinen Bachläufen. Auch auf dem vierzig Meter hohen Aussichtsturm weht ein Lüftchen. Im Süden ist an diesem Nachmittag das Wiehengebirge gut zu sehen, im Norden blickt man auf die Dammer Berge, dazwischen das Große Moor und der vor hundert Jahren angelegte Mittellandkanal. Direkt unter uns liegt das Museum „Varusschlacht im Osnabrücker Land“ mit seinem archäologischen Park.

          Uwe Ebbinghaus
          Redakteur im Feuilleton.

          Was würde man für eine Kamera geben, die das Geschehen der vergangenen fünftausend Jahre auf dem Flurstück Oberesch im Zeitraffer aufgenommen hätte. Archäologen haben auf dem Gelände in den vergangenen dreißig Jahren eine Reihe von Entdeckungen gemacht, die Rätsel aufgeben. Da gibt es im Boden zunächst die frühen Siedlungsspuren aus der Steinzeit, Geräte aus Flintstein und Keramikscherben, nichts Außergewöhnliches. Auch aus der Bronzezeit fanden sich Werkzeuge, aus der Eisenzeit Vorratsgruben und Pfostenreste, wahrscheinlich von Speichergebäuden. Locker waren um den Hang des Kalkrieser Berges einzelne germanische Gehöfte verteilt, die wohl durch befestigte Wege verbunden waren. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich im heutigen Museumspark grasende Kühe vorzustellen.

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