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Akademische Debattenkultur : Nach dem Verbot fliegen die Steine

Das Hauptgebäude der Universität Halle Bild: dpa

Nach der Auflösung eines studentischen Arbeitskreises gegen Antisemitismus fliegen an der Universität Halle die Steine. Der Fall zeigt exemplarisch den Verfall der akademischen Debattenkultur.

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          Am Ende flog ein Pflasterstein durch das Fenster des Studierendenrats, und Pyrotechnik kam zum Einsatz. Von wem die Attacke kam, ist unklar, vermutlich von Sympathisanten des AK Antifa an der Universität Halle, der kurz zuvor unter fragwürdigen Umständen aus dem Studentenrat ausgeschlossen worden war. Die Täter waren verschwunden, als die Polizei eintraf.

          Thomas Thiel
          Redakteur im Feuilleton.

          Steine sind schlechte Argumente. Der Fairness halber ist zu erwähnen, dass es vorher keine Möglichkeit gab, Einwände zu äußern. Erst wurde die Öffentlichkeit von der Sitzung des Studentenrats aus nicht allgemein nachvollziehbaren Gründen ausgeschlossen, und die Vertreter des Arbeitskreises Antifa, über dessen Schicksal entschieden wurde, waren nur dann in die Online-Versammlung gekommen, wenn sie sich unter Pseudonym einschlichen. Die meisten von ihnen konnten das Urteil, ebenfalls aus unerfindlichen Gründen, nicht einmal als virtuelle Zaungäste verfolgen. Ins Internet war man umgezogen, weil eine vorangegangene physische Sitzung von mehr als hundert friedlichen Demonstranten aus der linken Szene verhindert worden war, aus Protest gegen das Verbot des Arbeitskreises.

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