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Anzeige gegen „heute-show“ : Majestätsbeleidigung eines FPÖ-Kandidaten?

  • -Aktualisiert am

Die Schnitzel-Satire stößt manchen auf. Bild: Facebook / ZDF heute-show

Als Reaktion auf den Wahlerfolg der rechten FPÖ in Österreich veröffentlichte die ZDF-„heute-show“ ein Schnitzel in Hakenkreuzform mit einem Kommentar. Nun liegen Strafanzeigen vor.

          Am Sonntag hat der Kandidat der rechten FPÖ, Norbert Hofer, den ersten Wahlgang für die österreichische Bundespräsidentenwahl mit 35,3 Prozent deutlich gewonnen. Das Wahlergebnis nahm die ZDF-Satiresendung „heute-show“ zum Anlass, tags darauf über Facebook nachzufragen: „Was ist verkehrt mit euch, liebe Nachbarn?“. Dazu wurde ein Bild serviert, auf dem ein Schnitzel in Hakenkreuzform abgebildet ist. Der Kommentar: „Österreicher wählen eben so, wie sie es vom Schnitzel kennen, möglichst flach und schön braun“.

          Dies brachte neben Zehntausenden „Gefällt mir“-Klicks auch zwei Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft Mainz mit sich. Nach Angaben der „Hannoversche Allgemeine“ stammt eine davon aus Österreich, die andere aus Deutschland.

          Der „Tiroler Tageszeitung“ zufolge, handelt es sich bei dem einen Kläger um einen Tiroler Jurastudenten, ehemals Parteimitglied der FPÖ. Er sah unter Bezugnahme auf den Strafrechtsparagrafen 103, bei dem es um die Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes geht, den österreichischen Bundespräsidentschaftskandidaten beleidigt. Dem Bericht zufolge soll auch die FPÖ eine Klage erwogen haben, habe allerdings davon abgesehen, da es sich bei Norbert Hofer derzeit lediglich um einen Bundespräsidentschaftskandidaten handelt.

          Über die Abschaffung des Paragrafen 103 wird seit der strafrechtlichen Verfolgung des ZDF-Satirikers Jan Böhmermann in der großen Koalition diskutiert. Während die Sozialdemokraten den Paragrafen umgehend streichen wollen, möchte die Bundeskanzlerin Angela Merkel damit bis 2018 warten. Derzeit häufen sich die Anzeigen unter Berufung auf den Paragrafen. Womöglich erlebt er bis zu seiner Abschaffung noch eine ungeahnte Popularität.

          Beim ZDF hieß es auf Anfrage, man habe die Anzeigen gegen die „heute show“ zur Kenntnis genommen.

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