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Aufflammender Antisemitismus : Wer jetzt schweigt

14.05.2021, Nordrhein-Westfalen, Solingen: Eine Israelische Fahne hängt vor dem Rathaus an einem Mast. Nachdem eine Israelische Fahne verbrannt wurde, setzt die Stadt Solingen mit einer Kundgebung ein Zeichen gegen Hass und gegen das Wiedererstarken von Antisemitismus. Bild: dpa

Gerade bezeugen wir wieder, dass viele „Israel-Kritiker“ den Nahostkonflikt nicht verstehen. Sie wollen nicht sehen, was die Hamas anrichtet. Und auf der Straße zeigt der Antisemitismus sein Gesicht.

          3 Min.

          Das eine ist Israel und seine Auseinandersetzung mit den Palästinensern, die Siedlungspolitik und der Terrorismus, der sich als Antwort darauf versteht. Im Krieg sagen alle, die anderen hätten angefangen, und erzählen ihre halbierten Wahrheiten. Das andere sind diejenigen Muslime, die hierzulande vor Synagogen ziehen, als seien es Eigentumswohnungen von Benjamin Netanjahu, um antisemitische Sprüche zu skandieren. Oder Demonstranten, die den Juden „Mohammeds Heer“ ankündigen. Oder solche, denen zum Konflikt im Nahen Osten Parolen wie „Free Palestine“ einfallen, für die Terrorbanden „Aktivisten“ sind und die „Intifada bis zum Sieg“ rufen. Dass die Raketen der Hamas gerade dabei sind, Netanjahu neuerlich zum Ministerpräsidenten zu machen, dass die Hamas kaum so töricht ist, das nicht in Kauf genommen zu haben, dass die Hamas den Palästinensern schadet – all das wollen die Demonstranten nicht sehen.

          Jürgen Kaube
          Herausgeber.

          Wie aber soll man dann die Haltung von Leuten nennen, die sich eine Intifada bis zu welchem Sieg eigentlich wünschen? Der „israelbezogene Antisemitismus“, hieß es unlängst, sei eine Erfindung zur Verteidigung der Kolonialpolitik Israels. Jetzt, da sich eine Form des manifesten Antisemitismus vor den heimlichen, „codierten“ geschoben hat, schweigen aber viele der soeben noch vor allem um BDS-Sympathisanten Besorgten vernehmlich. Womöglich, weil sie es zu mühevoll finden, sich der Geschichte Israels zu erinnern, und es lieber „politisch“ finden, sich auf eine Seite der Auseinandersetzung in Palästina zu schlagen, die dann selbstverständlich als Seite der Opfer bezeichnet werden muss.

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