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Amerikanische Vergangenheit : Die Sklaverei als Geburt der Nation

  • -Aktualisiert am

Demonstranten in New York im Juli dieses Jahres Bild: AP

Ein „neuer Startpunkt“ für die Erzählung Amerikas: Vierhundert Jahre nach der Ankunft der ersten afrikanischen Sklaven stellen die Amerikaner fest, wie sehr Rassismus und Sklaverei noch immer das Leben aller bestimmen.

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          Phillis Wheatley, versklavte Frau in Boston, veröffentlichte 1773 als erste Afroamerikanerin ein Buch mit Gedichten. Eve L. Ewing zitierte jetzt in einem eigenen Gedicht aus einem Brief Wheatleys – oder vielleicht stellte sie sich den Brief auch vor: „How many iambs to be a real human girl? If I know of Ovid may I keep my children?“  Geschrieben hat Lyrikerin Ewing die Meditation am fiktiven Grab von Wheatley eigens für das „1619-Projekt“, eine Sonderausgabe des „New York Times Magazine“. Hunderte Menschen standen am Dienstagabend an der 41. Straße in Manhattan Schlange, um ihr im ausverkauften „Times Center“ zuzuhören. Mit der Veranstaltung wollte die Zeitung an den 20. August 1619 erinnern, als die ersten afrikanischen Sklaven in der britischen Kolonie von Jamestown in Virginia ankamen.

          Jake Silverstein, Chefredakteur des „New York Times Magazine“, sagte, es sei das größte Sonderprojekt, welches das Haus als Ganzes je unternommen habe. Man wolle nicht weniger als einen „neuen Startpunkt“ für die Erzählung Amerikas vorschlagen und zeigen, dass alles, was die Vereinigten Staaten ausmache, mit der Geschichte der Sklaverei verbunden sei. Zusätzlich zur Sonderausgabe des Magazins wird es Serien in mehreren Ressorts geben, darunter auch auf den Kinderseiten.

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