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Judenhass in Deutschland : „Antisemiwas?“

Kollegah (Zweiter von links) auf dem Love-Music-Festival im letzten Jahr Bild: Picture-Alliance

Wer junge Menschen auf der Straße zu den antisemitischen Zeilen deutscher Rapper befragt, lernt vor allem eins: Der alltägliche Judenhass interessiert sie überhaupt nicht.

          8 Min.

          Es gibt nichts Deutscheres als Deutschrap. Die Rapper - auch wenn sie selbst Ausländer sind oder Kinder und Enkel von Ausländern - rappen auf Deutsch und übers Leben in Deutschland, und Millionen deutscher Kinder hören das. Doch Deutschlands alter, großer Teil hört weg. Die Echo-Sache hat das geändert: zwei Rapper - Farid Bang und Kollegah -, die eine Echo-Statue bekamen. Einige Musiker wollten deswegen und danach zu Hause ihre Echos nicht mehr sehen, schickten sie mit der Post zurück und sagten das in Interviews in Zeitungen.

          Anna Prizkau

          Redakteurin im Feuilleton.

          Dort stehen ohnehin seit Wochen Sätze, die halb verschüchtert von den „antisemitischen Anspielungen“ im deutschen Rap erzählen oder voll euphemistisch fragen, ob dieser Rap ein „Antisemitismus-Problem“ habe. Doch warum jetzt? Warum nicht damals? Als derselbe Kollegah 2016 in einem Video den Satan malen ließ, der einen Davidstern-Ring tragen musste? Oder als der „Nachbar“ Bushido - so liebevoll nannte im Februar „Die Zeit“ ihren Coverboy - 2013 ganz Israel auf Twitter ausgelöscht hat, das war auf seinem Profilbild, das eine Karte Israels ausmalte in den Nationalfarben von Palästina. Oder als Haftbefehl noch ein paar Jahre vorher in einer Line das Judentum verfluchte?

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