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Philosophie des Alleinseins : Wie umgehen mit der Einsamkeit?

  • -Aktualisiert am

Der Mensch mit sich allein: Carl Spitzwegs „Philosoph im Park“ (1851) Bild: Ullstein

Wer die Corona-Krise mit Netflix zu überstehen versucht, hat sich mit der Auslagerung des Denkens und Fühlens schon abgefunden. Ein Plädoyer, die Chancen der nur mit sich selbst verbrachten Zeit zu nutzen.

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          Kann das sein: Die allgemeine Bewegungsfreiheit ist gerade erst eingeschränkt – und keineswegs suspendiert –, aber es herrscht schon Lagerkoller? Was sagt das über eine Gesellschaft aus? Dass die Medien jetzt kaum noch andere Themen kennen, ist begreiflich; dass viele von ihnen aber dazu übergehen, den Leuten Ratschläge zu erteilen, wie man sich am besten die Zeit vertreibt, stimmt nachdenklich. Sind wir denn alle Kinder, denen man sagen muss: „Geh doch mal raus, spielen, oder lies ein Buch?“ Es bedurfte dieses weiteren Beweises für die immer noch fortschreitende Infantilisierung der Gesellschaft wahrlich nicht mehr; man nimmt ihn bloß mit Irritation zur Kenntnis.

          Edo Reents

          Redakteur im Feuilleton.

          Die Lage ist für niemanden ein Spaß. Wenn es man aber für einen Moment absehen darf von all den ernsthaft bedrohten Menschen, den Alten, den Schwachen und sowieso schon Kranken; absehen auch von den wirtschaftlichen Folgen, die wiederum soziale haben werden – was bleibt dann noch als Problem? Es ist auf jeden Fall eines, von dem zumindest die vernetzte Gesellschaft wohl glaubte, ihm enthoben zu sein: Einsamkeit. Sie ist zuvörderst ein großes soziales Problem und nicht kleinzureden; die ehemalige britische Premierministerin Theresa May hatte nicht zufällig die Idee, ein eigenes Ministerium für beziehungsweise gegen Einsamkeit einzurichten. So etwas kann keinem Land schaden.

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