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Nach dem Sieg im Dschihad : Wie die Taliban-Herrschaft Afghanistan verändert hat

  • -Aktualisiert am

Mädchen in einer Moschee nahe Kabul im August 2022 Bild: AP

Vor einem Jahr ergriffen die Taliban in Afghanistan die Macht. Versprechen haben sie gebrochen, nach Anerkennung müssen sie trotzdem streben. Vor allem Mädchen und Frauen leiden unter den Einschränkungen.

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          Als heute vor einem Jahr die Taliban mit der Einnahme Kabuls ihr System des islamischen Emirats ausriefen, war das Entsetzen groß. Erschreckende Bilder gingen um die Welt. Zwei Jahrzehnte Krieg, Zehntausende Tote unter afghanischen Sicherheitskräften, Zivilisten und westlichen Soldaten, Billionen US-Dollar für den militärischen Einsatz – alles vergebens, konstatierten nur wenige Wochen später zahlreiche regierungsnahe US-Organisationen. Die alten Besatzer waren ersetzt worden durch eine paschtunische Gewaltherrschaft. Klar ist, dass bloßes Zuschauen den Menschen in Afghanistan nicht helfen wird. Für einen positiven Wandel braucht es die Anerkennung der internationalen Staatengemeinschaft. Danach streben auch die Taliban. Doch wie lassen sich völkerrechtliche Grundlagen und die gelebte Schreckensherrschaft trennen?

          Das Leben der Afghanen hat sich seit der Machtübernahme dramatisch verschlechtert. Der langjährige Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid hatte nur zwei Tage nach der Einnahme Kabuls die Wahrung der Menschen- und Frauenrechte, den Zugang zu Bildung für alle Afghanen, Amnestie für Regierungsmitarbeiter und Taliban-Gegner, Sicherstellung der Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit sowie die Bildung einer inklusiven Regierung versprochen. Nach wenigen Monaten war klar, dass die moderaten Ankündigungen nichts als leere Versprechen waren.

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