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Afghanistan und der Westen : Die unerwünschte Empfehlung

  • -Aktualisiert am

Sinnbild des Scheiterns: Ein Flugzeug der amerikanischen Luftwaffe verlässt Kabul am 30. August 2021. Bild: AFP

Strategiewechsel und Hybris: Seit langem wollte sich der Westen in Afghanistan stärker auf Entwicklungshilfe konzentrieren. Woran ist er gescheitert? Ein Gastbeitrag.

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          Die Betroffenheit und Sprachlosigkeit war groß, als die Taliban nach der Flucht westlicher Mächte Afghanistan in Windeseile einnahmen – nicht nur bei mir, der ich vor der letzten Taliban-Herrschaft als Kind nach Deutschland geflohen bin. Kollegen, Freunde und Journalisten stellten mir die immerselbe Frage: „Wie geht es dir mit den Bildern und Nachrichten aus Afghani­stan?“ Ich schwieg, und es dauerte Tage, bis ich in der Lage war, meine Eindrücke zu schildern. Schweigen kann zugleich als Nicht-sprechen-Wollen und als Nicht-sprechen-Können verstanden werden. Bei mir, so viel weiß ich, war das Schweigen Ausdruck einer Ohnmacht, die mir zunächst die Sprache nahm. Ausgelöst wurde sie durch eine dichte Folge surreal wirkender Bilder in den Medien.

          Ich hatte die dramatischen Bilder von Afghanen vor Augen, die sich am Kabuler Flughafen an amerikanische Militärmaschinen vor dem Abflug klammerten. Die Ironie der Bilder offenbarte sich darin, dass die Tragödie des Einsatzes in Afghanistan ihren Anfang mit den terroristischen Angriffen von Al-Qaida mit Passagierflugzeugen auf das World Trade Center am 11. September 2001 nahm. Diese medial von Menschen weltweit geteilte Ohnmacht ist dabei von der Ohnmacht der NATO zu unterscheiden.

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