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Lehren aus Afghanistan : War die Mission zum Scheitern verurteilt?

Eine Ordnung, die auf der Sichtbarkeit von Waffengewalt ruht: Leben in Kabul nach dem Machtwechsel Bild: AFP

Das Scheitern in Afghanistan beendete den Traum vom weltweiten Siegeszug der Demokratie. Konnte der Einsatz von Beginn an nicht erfolgreich sein? Das klärt eine Frankfurter Konferenz.

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          In den Wirren des Afghanistan-Rückzugs ging ein Telegramm fast unter, das für die Vereinigten Staaten eine glatte Ohrfeige war. Der pakistanische Premier gratulierte darin den Taliban dazu, ihr Volk von den Fesseln des Imperialismus befreit zu haben. Die Nachricht kam nicht einmal überraschend. In einer Fernsehdokumentation hatte der ehemalige pakistanische Präsident Musharraf schon vor Jahren ziemlich unverblümt gesagt, man möge sich nichts vormachen, aber das Hassobjekt seines Landes seien nun einmal die Vereinigten Staaten, der „Partner“ im Kampf gegen den Terror.

          Thomas Thiel
          Redakteur im Feuilleton.

          War die Mission also von Beginn an zum Scheitern verurteilt? Wenn das afghanische Militär nach zwanzig Jahren Besatzung und Aufbau die Fähigkeit, aber kein Interesse hatte, die Taliban aufzuhalten, dann können dafür nicht allein strategische Fehler verantwortlich gemacht werden. Einem beträchtlichen Teil der Afghanen lag eine Taliban-Gesellschaft näher als eine oktroyierte Demokratie. Allerdings war die Demokratisierung des Landes auch nur eine halbherzig verfolgte Nebenspur im Kampf gegen den Terror. Afghanistan durfte sich in diesem Konflikt als mehr oder weniger zufällig ausgewählter Sündenbock fühlen. Warum verschonten die Westmächte die Terrorexporteure Pakistan oder Saudi-Arabien? Warum wurde die Bundesrepublik Deutschland nicht darauf verpflichtet, die Strukturen des Terrorismus im Land trockenzulegen? Schließlich kamen die Attentäter des elften September nicht aus Kabul, sondern aus Hamburg. Tatsächlich wurde die Moschee, in denen sich die Attentäter radikalisiert hatten, erst Jahre später geschlossen.

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