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AfD-Debatte : Maßregeln hilft nicht weiter

Bürgerlichkeit besteht aus mehr als ein paar Jagdhunden auf der Krawatte: Alexander Gauland beim ARD-„Sommerinterview“ am 15. September 2019. Bild: EPA

Jetzt mischt sich sogar der Bundespräsident ein: Steinmeiers Angriff auf Gauland trifft auch das Wahlvolk, aber der moralisierende Kampf gegen die AfD befördert die Auszehrung der Traditionsparteien.

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          Am vergangenen Samstag zwischen 17 und 18 Uhr fuhren rund tausend Mitglieder der Hells Angels aus dem gesamten Bundesgebiet auf ihren Harley Davidsons durch Berlin, und wer Zeuge war, wurde von einem leisen Gefühl des Absurden angeweht: Da dröhnten die harten Jungs und auch ein paar harte Mädchen auf ihren schweren Maschinen aufs Brandenburger Tor zu, der Sonne entgegen, viele in Leder, mit Sonnenbrillen, manche der Männer auch mit wilden Bärten und eisgrauen Zöpfen, und zwischendrin fuhr brav unsere cremefarben gekleidete Bundespolizei, leider nicht auf Harley Davidsons und auch sonst nur halb so hart. Die Polizei musste ja lediglich aufpassen, dass alles seine Ordnung hatte. Bei manchen Bikes zum Beispiel war die Betriebsgenehmigung erloschen. Und ein paar der Rocker überfuhren rote Ampeln. Nichts Schlimmes im Vergleich zu Drogenhandel, Schutzgelderpressung, Zuhälterei und anderen Delikten, mit denen Mitglieder der Hells Angels in Verbindung gebracht werden.

          Paul Ingendaay

          Europa-Korrespondent des Feuilletons in Berlin.

          Das Motiv der Demo hatte etwas rührend Legalistisches: Die Hells Angels wollen das aufgenähte Totenkopf-Emblem auf ihren Lederklamotten wiederhaben, das der Gesetzgeber ihnen weggenommen hat. Seit 2017 gilt nämlich das „verschärfte Kennzeichenverbot“, das Vereinen das öffentliche Tragen gewaltverherrlichender Symbole untersagt. Weil das Ganze juristisch durchaus umstritten ist, haben die Hells Angels dagegen vor dem Bundesverfassungsgericht geklagt. Der Rocker-Chef André Sommer begründete den Protest in Berlin mit dem Motto der Bande: „Freedom is our religion“.

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