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Mbembe-Debatte : Opfer werden zu Verfolgern

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Von da an hatte Achille Mbembe sein Thema: der Schluss seines Israel-Artikels von 1992. Bild: Archiv

„Israel, die Juden und wir“: Ein Artikel von Achille Mbembe aus dem Jahr 1992 belegt, dass die Auseinandersetzung mit Israel der Ausgangspunkt seiner ganzen Theorie ist. Ein Gastbeitrag.

          6 Min.

          Achille Mbembe war im Jahr 1992 ein fünfunddreißigjähriger Historiker, der an der Sorbonne in Paris promoviert worden war und zwei Bücher über das Afrika des nachkolonialen Zeitalters veröffentlicht hatte, eines über die Jungen und die politische Ordnung und ein zweites über Christentum, Staatsmacht und postkoloniale Gesellschaft. Bevor er eine Stelle an der University of Pennsylvania antrat, besuchte er ganz am Anfang des Jahres, vom 3. bis zum 12.Januar, zum ersten Mal Israel. Die Hebräische Universität Jerusalem hatte ihn zu einer Tagung über die afrikanische „Zivilgesellschaft“ eingeladen. Seine Reiseerlebnisse brachten ihn zum Nachdenken. Wie konnte er die heiligen Stätten von Jerusalem, die Palmen, die ihn an Afrika erinnerten, kaum der Pubertät entsprungene Israelis in Uniform mit Waffen über den Schultern und „die Not auf den Gesichtern der palästinensischen Kinder und Frauen“ in seine eigene Erfahrungswelt einordnen? Und wie passte dies alles in den ganz großen Zusammenhang der Welt?

          Seine Antworten veröffentlichte Mbembe unter dem Titel „Israël, les Juifs et nous“ in der Kameruner Tageszeitung „Le Messager“. Hier ordnete er seine Gedanken zum Verhältnis der Juden mit dem Rest der Welt. Wie kam es eigentlich dazu, fragte sich der Geschichtswissenschaftler mit Ambitionen in der politischen Philosophie, dass in „der Welt von Israel“ „jede Überzeugung ein Verlies geworden“ war?

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