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Abu Dhabis Kulturpläne : So sieht die Museumsinsel von morgen aus

Erst der Anfang: Jean Nouvels Louvre-Bau für Abu Dhabi im Modell Bild: AP

Jean Nouvels Louvre-Bau ist erst der Anfang. Frank Gehry soll hier ein Guggenheim-Museum bauen und Zaha Hadid ein kühnes Opernhaus. Neben Sandstränden, Golfplätzen und Marinas entsteht Abu Dhabis Museumsinsel im Golf.

          Der Louvre gab das Gütesiegel. Zum ersten Mal wird ein Museum diesen Namen auch außerhalb von Paris tragen. Dort, wo die Sorbonne ebenfalls zum ersten Mal außerhalb von Paris eine vollwertige Universität mit all ihren Fakultäten errichtet. Wo nach den Plänen von Frank Gehry ein neues, noch verwürfelteres Guggenheim als in Bilbao entsteht, wo Zaha Hadid über azurblauem Wasser in einen geschwungenen Schiffsbug hinein ein kühnes Opernhaus zaubert, wo Tadao Ando mit den minimalistischen Strichen seiner Zenarchitektur ein Meeresmuseum skizziert. Und wo natürlich Jean Nouvel den neuen Louvre baut. Den Louvre von Abu Dhabi.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Einst flogen Kunstliebhaber nach Australien, um sich in Sydney an der Oper des dänischen Architekten Jorn Utzon zu ergötzen. Vielleicht hatten ihre Flugzeuge in Abu Dhabi oder Dubai eine Zwischenlandung gemacht. In einer Zeit, als das Öl am Golf erst langsam zu sprudeln begann. Dubai schuf sich Wahrzeichen, die jeder mit zwei, drei Strichen nachzeichnen kann: auf dem Wasser den Burdsch al Arab in der Form eines Segelschiffs und zu Lande die elegant-kühlen Emirates-Towers.

          Jetzt legt Abu Dhabi nach: mit einem Kulturdistrikt auf der benachbarten Insel Saadiyat, der in seiner Summe alles in den Schatten stellt, was es bislang an Neugründungen von Museen gegeben hat. „Einige kritisieren die Städte am Golf, dass sie keine Kultur zu bieten haben“, nickt Mubarak al Muhairi zustimmend. „Aber bedenken Sie, wie es hier vor 40 Jahren ausgesehen hat!“ Damals war er, der Generaldirektor der „Abu Dhabi Tourism Authority“, noch gar nicht geboren. Wie die meisten seiner Landsleute. Heute steht er im Emirat Abu Dhabi, der Hauptstadt der Föderation der Vereinigten Arabischen Emirate, an der Spitze des Ministeriums, das die Entwicklung auf der Insel Saadiyat - wörtlich übersetzt: „Insel des Glücks“ - koordiniert.

          Zaha Hadid mit Kronprinz Scheich Mohammed bin Zayed al-Nahayan vor einem Modell der Insel Saadiyat

          Nur das Nationalmuseum sucht noch den Architekten

          Vierzig Jahre habe man gebraucht, um eine Infrastruktur aufzubauen, Schulen und Straßen, Krankenhäuser und Kraftwerke. Nie hatte seine Mutter eine Schule besucht. Auf einer guten Ausbildung ihrer Kinder hatte sie aber bestanden. Der 1970 geborene Mubarak al Muhairi erwarb in den Vereinigten Staaten einen Master im Fach Ingenieurwissenschaft, seine Schwester studiert noch in Großbritannien. „Unsere Eltern gingen nicht zur Schule, und wir haben Universitätsabschlüsse“, triumphiert er.

          Der Vertrag mit dem Louvre wurde am 6. März unterzeichnet, jener mit Guggenheim bereits im vergangenen Sommer. Bis auf ein Museum liegen alle Entwürfe vor, wird bereits an den Details gearbeitet. Der Louvre, das Guggenheim und das Meeresmuseum sollen zwischen 2011 und 2013 eröffnen. Demnächst läuft der Wettbewerb an, der den Architekten für das letzte Museum ermitteln soll, für das neue Nationalmuseum, das den Namen des legendären Staatsgründers Scheich Zayed tragen wird und den Mittelpunkt des Kulturdistrikts bildet.

          400 Millionen Euro für dreißig Jahre Namensrecht

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