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Russland und der Westen : Im Osten nichts Neues

  • -Aktualisiert am

Diktatoren halten Russland für zuverlässiger als den Westen: der syrische Präsident al-Assad im Gespräch mit dem russischen Verteidigungsminister Schoigu. Bild: dpa

Wie immer, nur näher. Auch in anderen Weltgegenden sind Russen und der Westen indirekt im Krieg miteinander. Ein Gastbeitrag.

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          Vor der ukrainischen Botschaft in Bagdad standen junge Männer. Sie wollten Visa beantragen. Einer von ihnen sagte in einem kurzen Interview für einen irakischen TV-Sender, er wolle gegen die Russen in den Kampf ziehen, weil er arbeitslos sei und gehört habe, es gäbe als Belohnung ein Visum mit einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis und 4000 Dollar monatlich als Gehalt. „Dschihad und Auswanderung“, schob er nach. In einer Comedy-Show scherzte ein irakischer Komödiant aus dem Exil: „Unsere Söldner suchen ein gutes Leben in der Ukraine, im Krieg dort, vielleicht als Tote.“

          In Syrien wiederum soll Russland viele Kämpfer rekrutiert haben. Das ist eine Nachricht. Einige Tausende seien im Einsatz um die Hauptstadt Kiew. Nicht nur in Syrien, auch in einigen arabischen und afrikanischen Ländern und hauptsächlich dort, wo das Militär das Sagen hat, wird die russische Politik stark unterstützt. Das ist keine Nachricht, sondern eine Tatsache. Experten sind sich einig: die Diktatoren glauben, die Russen seien zuverlässig, im Vergleich zu den Amerikanern und den übrigen Westlern. Diese lassen ihre Verbündete immer im Stich, wenn es eng wird. Schah Reza Pahlavi in Iran, Saddam im Irak, Mubarak in Ägypten und so weiter. Die Russen hingegen haben Baschar al-Assad in Damaskus militärisch und finanziell unterstützt, obwohl sein Volk, die halbe Erde und die Islamisten gegen ihn waren. Al-Assad regiert immer noch.

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