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Deutsch-Amerikanisches Zentrum : Schonender Umbau einer Prachtimmobilie in New York

Beste Lage: In diesem schmalen fünfgeschossigen New Yorker Stadthaus gegenüber vom Metropolitan Museum of Art residierte jahrzehntelang das Goethe-Institut. Von 2025 an soll dort ein Zentrum für transatlantische Begegnungen seinen Sitz haben. Bild: Foto KARO Architects

Seit zwölf Jahren steht der ehemalige Sitz des Goethe-Instituts an New Yorks Fifth Avenue leer. Jetzt soll das Gebäude endlich nach Plänen von David Chipperfield saniert werden.

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          Im September 2016 weilte Frank-Walter Steinmeier aus Anlass der UN-Generalversammlung in New York. Der damalige Bundesaußenminister nutzte die Gelegenheit, vor den Freunden Deutschlands in New York um Unterstützung für ein German-American Center zu werben. Eine Immobilie für das Projekt eines Zentrums für transatlantische Begegnungen musste nicht erst gesucht werden, schließlich verfügt die Bundesrepublik über ein passendes Gebäude mit der noblen Adresse 1014 Fifth Avenue.

          Matthias Alexander
          Stellvertretender Ressortleiter im Feuilleton.

          Fünf Jahre später nimmt das Vorhaben konkretere Formen an. Der britische Architekt David Chipperfield hat einen Wettbewerb über Sanierung und Umbau des Hauses gegenüber vom Metropolitan Museum of Art gewonnen. Zwanzig Millionen Euro stehen zur Verfügung, mit den Bauarbeiten soll voraussichtlich im nächsten Jahr begonnen werden, nach Angaben des Auswärtigen Amts ist die Fertigstellung für das Jahr 2025 vorgesehen. Das Konzept von Chipperfield, von dem noch keine Ansichten publiziert wurden, geht dem Vernehmen nach sehr schonend mit der Substanz um und macht den schmalen und langgestreckten und im Inneren entsprechend dunklen Bau zur gleichen Zeit wesentlich transparenter.

          Das fünfgeschossige Gebäude, das von zwei doppelt so hohen Apartmenthäusern gerahmt wird, war 1906/1907 im Beaux-Art-Stil für den letzten amerikanischen Botschafter im kaiserlichen Deutschland errichtet worden. Die Bundesrepublik erwarb es 1955, es diente anschließend als Sitz des Goethe-Instituts, das im Jahr 2009 aus feuerpolizeilichen Gründen ausziehen musste und seither seinen Sitz in einem Domizil im Universitätsviertel am Union Square hat. Mit dem Einsatz von Steinmeier für die Einrichtung eines German-American Center hatten sich auch Überlegungen von Haushaltspolitikern erledigt, die wertvolle Immobilie direkt gegenüber vom Metropolitan Museum of Art zu verkaufen. Vielmehr beschloss der Bundestag 2016, für die Umnutzung des nunmehr seit zwölf Jahren weitgehend leerstehenden Hauses in New York und für die Thomas-Mann-Villa in Los Angeles zusammen 34 Millionen Euro bereitzustellen.

          Der damalige Präsident des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann hatte zuvor im Auftrag des Außenministeriums ein Nutzungskonzept entwickelt, das einen Ausstellungsraum, ein Café und eine deutsche Buchhandlung vorsah, außerdem Veranstaltungsräume sowie Wohnungen für Stipendiaten einer German Academy. Lehmann gehört dem Board der 1014 Inc. an, deren Name sich auf die Adresse an der Fifth Avenue bezieht. Es handelt sich um eine amerikanische Non-Profit-Organisation, die im Jahr 2017 auf Anregung von Auswärtigem Amt und Goethe-Institut gegründet wurde. Mit dem Label „1014 – space for ideas“ tritt sie seither unter Leitung von Katja Wiesbrock Donovan mit Diskussionen, Lesungen, Konzerten und Ausstellungen hervor.

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