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Interview mit Monika Grütters : „Ich fühle mich wie auf Entzug“

Für sie ist Kultur kein simples Freizeitvergnügen: Monika Grütters an ihrem Schreibtisch im vergangenen Dezember. Bild: dpa

Während Theater, Kinos und Museen wegen der Pandemie schließen müssen, dürfen Kirchen und Galerien geöffnet bleiben. Wie hält es die Kulturstaatsministerin mit solchen Vergleichen? Ein Gespräch mit Monika Grütters.

          8 Min.

          Frau Kulturstaatsministerin, seit dem 2. November sind Theater, Kinos, Museen, Opernhäuser und Konzertsäle in Deutschland geschlossen – Einrichtungen, die umfangreiche Hygienekonzepte erarbeitet und umgesetzt haben. Zahlt die Kulturszene jetzt die Zeche für das Versagen der Bundesländer bei der Kontrolle der Partyszene?

          Andreas  Kilb

          Feuilletonkorrespondent in Berlin.

          Die Entwicklung der Pandemie zwingt uns dazu, auch diejenigen in die Maßnahmen zur Eindämmung von Corona einzubeziehen, die keine Schuld an den hohen Infektionszahlen tragen. Die Experten sagen uns: Wir müssen die Sozialkontakte um 75 Prozent reduzieren, um die sogenannte zweite Welle zu brechen. In der Bevölkerung gibt es einen breiten Rückhalt dafür, die Schulen offen zu halten, das Arbeitsleben nicht zu stoppen und dem Einzelhandel das Weihnachtsgeschäft zu ermöglichen. Wenn diese drei Bereiche offen bleiben, gibt es darüber hinaus leider keinen Spielraum für Differenzierungen mehr. Der Kulturszene gilt nicht nur meine große Sorge, sondern die der ganzen Bundesregierung. Man zwingt einen Bereich der Gesellschaft, die Füße aufs Neue still zu halten, der schon im ersten Lockdown in seinem Lebensnerv getroffen wurde. Das Einzige, was wir zur Abmilderung der Folgen bieten können, sind finanzielle Beihilfen – und da wollen wir schnell und effektiv handeln und tun das auch.

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