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Verschwörungsdenken : Die gerechte Strafe Gottes

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Kein Vertrauen in die Wissenschaft: Teilnehmer eines Gottesdienstes am Ufer des Bodensees Bild: dpa

Corona und die Apokalypse: Eine neue Studie der Universität Münster zeigt, dass Glaube nicht vor dem Glauben an Verschwörungserzählungen schützt.

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          Gibt es einen Zusammenhang zwischen individueller Religiosität und dem Glauben an Verschwörungsmythen? Von Juli bis Dezember 2020 wurde im Rahmen des Exzellenzclusters „Religion und Politik: Dynamiken von Tradition und Innovation“ an der Universität Münster eine umfangreiche Online-Studie durchgeführt, an der sich 2032 Personen aus ganz Deutschland beteiligten. Obwohl der Link zum Fragebogen breit verteilt wurde, kann die auf Freiwilligkeit basierende Befragung nicht den Anspruch auf Repräsentativität erheben. Manche Bevölkerungsgruppen – Jüngere, höher Gebildete und Religionsangehörige – sind stärker vertreten als im Bevölkerungsdurchschnitt. Gleichwohl lassen sich nicht nur Aussagen über die Akzeptanz von Verschwörungsmythen in unterschiedlichen religiösen Gruppierungen treffen, sondern auch über typische Beziehungsmuster zwischen Religiosität und Verschwörungstheorien.

          Die Akzeptanz von Verschwörungstheorien haben wir durch die Zustimmung zu Aussagen wie „Hinter der Corona-Pandemie stecken böse, verborgene Mächte“ abgefragt. Dieser Aussage gegenübergestellt haben wir zwei weitere Interpretationen der Corona-Krise, die sich von der verschwörungstheoretischen deutlich unterscheiden, einmal eine dualistisch-religiöse: „Diese Pandemie ist vor allem eine göttliche Strafe angesichts der menschlichen Sündhaftigkeit“, zum andern eine säkular-optimistische: „Ich vertraue vor allem auf Wissenschaft und Technologie, um die Coronavirus-Pandemie zu überwinden“. Diese drei Deutungsmuster sind hinreichend unterschiedlich, um sowohl in sozialstruktureller als auch in religiöser Hinsicht spezifische Merkmale der Zustimmung zu Verschwörungstheorien ausfindig machen zu können.

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