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Mit Popcorn, ohne Maske? : Neue Regeln für den Kinobesuch

  • Aktualisiert am

Zwölf freie Plätze rund um Liebespaare? Bild: dpa

Nach wochenlangen Schließungen dürfen die ersten Kinos wieder öffnen. So viel steht fest: Es wird licht in den Saalreihen. Was sich sonst noch ändert – ein Überblick.

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          Vor Monaten noch musste man sich über einen Kinobesuch nicht viele Gedanken machen. Nun aber verändert die Corona-Pandemie auch dies. Bundesweit haben die ersten Lichtspielhäuser schon wieder geöffnet, darunter einige in Hessen, Sachsen und Schleswig-Holstein. An diesem Montag sollten Kinos in Mecklenburg-Vorpommern folgen, Mitte der Woche die in Rheinland-Pfalz und an diesem Donnerstag  dann in Sachsen-Anhalt. Für Samstag ist die Wiederöffnung in Nordrhein-Westfalens Kinos geplant. Wie aber sieht so ein Kinobesuch künftig aus?

          Tickets

          Zum Kino gehen, auf den Saalplan blicken und in Ruhe überlegen, wo man am liebsten sitzen möchte – das gehört wohl erst einmal der Vergangenheit an. Stattdessen bitten die Kinos ihre Kunden darum, die Karten online zu kaufen. Auch in den Kinos selbst soll es möglichst wenige Interaktionen geben. Cinemaxx-Geschäftsführer Frank Thomsen erklärt: „Beim Einlass erfolgt eine kontaktlose Ticketprüfung. An allen Kassen - Kinokasse und Gastronomietheken – kann mit Karte oder kontaktlos gezahlt werden.“

          Wunschplätze

          Am Rand, in der Mitte oder der letzten Reihe? Viele haben Lieblingsplätze im Kino. Um allerdings die vorgeschriebenen Abstände einzuhalten, werden künftig nicht alle Sitze im Saal verfügbar sein. Paare und Freunde dürfen bei gemeinsamer Buchung zwar nebeneinandersitzen, allerdings müssen dann nach derzeitigen Regeln 1,5 Meter Abstand zu den nächsten Besuchern eingehalten werden. Das bedeutet, dass mehrere Plätze neben, vor und hinter ihnen frei bleiben und nicht von anderen Gästen belegt werden dürfen. Sitzplätze sind fest zugewiesen.

          Wie die Kinos das bei Buchungen regeln, ist noch nicht überall geklärt. „Zwischen den Sitzen, die als Zweier-Blöcke online buchbar sind, sind entsprechende Sitzplätze für den geforderten Abstand blockiert und bleiben frei“, sagt etwa Thomsen von Cinemaxx. Nach Angaben von Christine Berg vom Vorstand HDF Kino könnten Kartensysteme möglicherweise auch so verändert werden, dass das System bei einer Buchung automatisch die umliegenden Plätze blockt. Dies könnte eine etwas flexiblere Sitzplatzwahl ermöglichen.

          Die Kinos hoffen, dass sich diese Abstandsregeln noch verändern werden. Denn wenn es bei 1,5 Metern Abstand bleibt, kann ein Saal nach Angaben der Verbände HDF Kino und AG Kino maximal zu 20 oder 25 Prozent ausgelastet werden. Die Mehrzahl der Plätze bleibe leer: „Wenn zwei Plätze belegt sind, müssen 12 frei bleiben“, sagt Berg. Laut Christian Bräuer von der AG Kino wäre schon ein Meter Abstand – wie in Österreich – eine Verbesserung, weil dann immerhin jede Reihe besetzt werden könnte. „Dann wäre ein Schachbrettsystem denkbar, bei dem zwar jede Reihe, die Plätze aber versetzt und nicht direkt hintereinander belegt werden.“

          Auch in Kinos wird es künftig Leitspuren geben.

          Snacks und Erfrischungen

          Zu den Traditionen eines Kinobesuchs gehört für viele auch die Verpflegung: Die einen gönnen sich überbackene Nachos, die anderen wollen in eine Riesentüte Popcorn greifen, während andere mit einem Bierchen oder Prosecco anstoßen. Darauf muss man auch weiterhin nicht verzichten. Denn an den Bars und Theken der Kinos soll es wie gehabt Getränke und Snacks zu kaufen geben. Allerdings wird es wegen der Hygienevorschriften ähnlich wie in Supermärkten und anderen Geschäften aussehen, es heißt: mit Abstand und Mund-Nasen-Schutz anstehen und bestellen. Die Mitarbeiter werden oft hinter einer Plexiglasscheibe stehen. Vielleicht werden Nachos und Co. künftig auch mit einer kleinen Abdeckung überreicht.

          Popcorn, Nachos und Getränke werden in Kinos weiterhin verkauft.

          Gang zur Toilette

          „Entschuldigung, darf ich mal kurz vorbei?“ Bisher drängelte man sich an den anderen Gästen in der Reihe vorbei, wenn man zur Toilette wollte. Nun wird es deutlich lichter in den Reihen aussehen. Toiletten können weiterhin benutzt werden, allerdings muss man sich beim Verlassen des Platzes meist den Mund-Nasen-Schutz aufsetzen.

          Masken

          Apropos Masken: Ob man auch während des Films die Gesichtsmaske tragen muss, ist laut Berg noch nicht in allen Bundesländern klar geregelt. Bei Cinemaxx allerdings heißt es, dass die Maskenpflicht lediglich beim Ein- und Auslass in die Kinosäle sowie bei Toilettenbesuchen während der Vorstellungen gilt. „Sobald im Saal der zugewiesene Sitzplatz eingenommen wurde, darf die Maske abgenommen werden.“

          Diese Abstandsregeln versteht jeder Kinogänger.

          Hinter den Kulissen

          Kinobetreiber organisieren ihr Programm nun auch anders als bisher. Gerade in größeren Betrieben werden die Filme stärker zeitversetzt beginnen als bisher, um den Andrang der Gäste zu entzerren. Es wird auch häufiger geputzt, vor allem Türklinken und Handgriffe. Wahrscheinlich werden auch die Türen zu den Sälen für die Zeit des Einlasses geöffnet sein, damit nicht jeder sie anfassen muss. In einigen Kinos werden die Besucher vielleicht auch mehr geleitet als bisher, indem etwa ein Ein- und ein Ausgang festgelegt wird.

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