Realität im Impfzentrum : Die Impfdosen, die jeden Tag übrig bleiben
Als wir mit dem Impfen begonnen haben, waren die Vorgaben des Impfstoffherstellers – was Transport, Lagerung und Aufziehbedingungen betraf – sehr streng. Nach Entnahme aus dem Ultratiefkühler wurde der Impfstoff in einer Kühlbox in ein Pflegeheim transportiert. Zwei oder drei Sanitäter waren damit beschäftigt, den Impfstoff aufzuziehen. Dafür hatten sie vorher extra Lehrgänge absolviert. Wir mussten den Impfstoff, sobald die Spritze aufgezogen war, schnell verimpfen, und er sollte das Heim oder den Impfort danach nicht mehr verlassen. In den Heimen fehlten dann aber immer wieder mal die Einwilligungen der Angehörigen, manchmal mussten wir die Unterlagen noch an die Betreuer faxen, und die Unterschrift kam nicht zustande. Und da stellte sich uns die Frage, ob wir ohne Unterschrift impfen durften, wenn zum Beispiel eine Heimbewohnerin augenscheinlich noch einwilligungsfähig war. Oder ob wir den Impfstoff übrig lassen sollten?
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