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Computerspielentwicklerin Jane Jensen : „Europa ist so schön reich an dunkler Geschichte“

  • Aktualisiert am

Das Computerspiel „Gray Matter” spielt in Oxford und behandelt die Funktionsweisen des Gehirns Bild: DTP Entertainment

Jane Jensens Computerspiele sind Klassiker: Berühmt wurde sie mit den atmosphärisch dichten Mystery-Adventures der preisgekrönten „Gabriel Knight“-Serie. Im F.A.Z.-Interview spricht sie über Münchner Werwölfe, Neurobiologie und ihre neuen Pläne.

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          Jane Jensens Computerspiele sind Klassiker: Berühmt wurde sie mit den atmosphärisch dichten Mystery-Adventures der preisgekrönten „Gabriel Knight“-Serie. Im F.A.Z.-Interview spricht sie über Münchner Werwölfe, Neurobiologie und ihre neuen Pläne.

          Jane Jensen, darf der Interviewer Ihnen eine Geschichte erzählen, die mit Ihnen zu tun hat?

          Gerne.

          Jane Jensen entwickelt nicht nur Computerspiele, sondern schreibt auch Bücher

          Einmal im Leben bin ich nach München gezogen, in eine Stadt, die ich nur aus einem Adventure von Ihnen kannte: „Gabriel Knight 2: The Beast Within“. Als Gabriel Knight war ich Dutzende Male am Marienplatz aus der U-Bahn ausgestiegen, jetzt stieg ich wirklich dort aus. Alles kam mir so bekannt vor. Mit einem merkwürdigen Gefühl ging ich die Dienerstraße hinunter - ein paar Häuser weiter musste dieser mysteriöse Jagdclub sein, in dem man auf getarnte Werwölfe stoßen konnte. Ich fand das Haus. Trat ein. Und fand mich in einem Porzellangeschäft wieder. Stellen Sie sich meine Enttäuschung vor!

          Sehr cool. Ich liebe diese Geschichten.

          Bekommen Sie solche oft erzählt? Irgendwo im Internet habe ich Leute gefunden, die behaupten, es gebe so etwas wie Adventure-Tourismus: Leute, die die Orte besuchen, die sie aus Games kennen. Muss man das glauben?

          Ich kriege solche Briefe. Mein Lieblingsfoto von einem Fan habe ich aus Neuschwanstein bekommen, wo ja „The Beast Within“ auch spielt. Sie steht vor dem Schloss, zieht sich das Hemd hoch und zeigt ihr Gabriel-Knight-Tattoo.

          Haben Sie jemals Orte besucht, weil sie die aus Spielen oder aus Literatur kannten?

          Allerdings. Tatsächlich wird mein Interesse meist durchs Lesen geweckt. Zum Beispiel habe ich Rennes-le-Château besucht, um für „Gabriel Knight 3“ zu recherchieren, und dafür habe ich mich zu interessieren begonnen wegen „Der heilige Gral und seine Erben“ von Henry Lincoln, Michael Baigent und Richard Leigh. Das ist das Buch, auf das auch Dan Browns „Sakrileg“ zurückgeht.

          Was bedeutet Ihnen als Mystery-Autorin Europa? In „Gabriel Knight 2“ haben Sie auf unnachahmliche Weise Wagner, Ludwig II. und Werwölfe zu einer Geschichte aufbereitet und sogar Teile einer verschwundenen Wagner-Oper geschrieben. Für einen Deutschen fühlt sich das an, als ob wir für Sie in Amerika eine Art Transsylvanien wären.

          Haha. Ich schätze, wir sind alle Transsylvanien füreinander? Es ist vermutlich interessant, die eigene Heimat durch die Augen eines Fremden zu betrachten. Ich liebe Europa. Es ist so reich an Geschichte, speziell dunkler Geschichte.

          Gäbe es ein „Gabriel Knight 4“ und würde es in den Vereinigten Staaten spielen - welches Setting würden Sie wählen, welchen historischen Hintergrund?

          Ich weiß nicht. Ich habe verschiedene Ideen für „Gabriel Knight 4“, aber keine davon in den Vereinigten Staaten. Allerdings habe ich ein anderes Buchkonzept im Kopf, das in South Dakota spielt, im Reservat der Lakota Sioux. Ein toller Ort. Die Black Hills sind sehr magisch, sie sind der Sitz der Lakota-Geister.

          Wird es jemals ein „Gabriel Knight 4“ geben - und warum nicht?

          „Vivendi Games“ hat die Rechte, also liegt es an ihnen, die Produktion eines neuen Spiels zu genehmigen. Ich denke, es ist schon möglich, dass Gabriel Knight eines Tages wiederbelebt wird.

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