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Volker Reiche und Herr Paul : Über Art Spiegelmans „Breakdowns“

  • Aktualisiert am
          1 Min.

          Als 1978 der Comic-Band „Breakdowns“ von Art Spiegelman erschien, war der Name Programm: Der ursprüngliche Verlag ging pleite, bevor das Buch auch nur ausgeliefert war. Unter den darin versammelten autobiographischen Kurzgeschichten fanden sich etliche, die den Zeichner psychisch am Rande des Zusammenbruchs zeigten. Dort kam auch die erste Version eines Comics zum Abdruck, der den Kollaps aller Zivilisation unter den Nationalsozialisten zum Thema hat: „Maus“, die Geschichte von Art Spiegelmans Vater Vladek, der als polnischer Jude Auschwitz überlebte. Vierzehn Jahre später gewann Spiegelman für „Maus“ den Pulitzerpreis.

          Nun ist „Breakdowns“ neu erschienen, und Art Spiegelman hat das Buch aus diesem Anlass um einen neuen Comic erweitert, in dem er seine entscheidenden Lebensschritte Revue passieren lässt. Diese als Vorwort geplante und dann zur gezeichneten Autobiographie ausgewachsene Geschichte ist eine perfekte Ergänzung zu „Maus“ und eine ästhetische Formanalyse des Comics - bis hin zu je nach Episode wechselnden Zeichenstilen.

          Was konnte also näher liegen, als einen Comic-Künstler zu bitten, „Breakdowns“ für uns zu begutachten? Dass Volker Reiche, verantwortlich für unsere werktägliche Serie „Strizz“, dann allerdings gleich einen ganzen Comic über seine Gedanken bei der Lektüre zeichnete, konnte niemand erwarten. Und vor allem nicht, wie er es zeichnen würde. Denn Reiche hat den Seelen-Striptease, den Spiegelman vollführt, als Erzählprinzip aufgenommen und selbst einen autobiographischen Zugang vor allem zum Umgang mit der deutschen Vergangenheit in „Maus“ gewählt. Und Herr Paul aus „Strizz“ gibt auch noch seine Meinung zur Rolle von Katzen in Comics kund.

          Bild: Volker Reiche

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