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Chipperfields Neuentwurf : Ein Eingangstempel für die Museumsinsel

  • Aktualisiert am

So soll Chipperfields James-Simon-Galerie vom Wasser aus aussehen Bild: REUTERS

Der erste veröffentlichte Entwurf David Chipperfields für das Eingangsgebäude der Berliner Museumsinsel hatte Empörung ausgelöst. Jetzt hat der britische Stararchitekt seine neuen Vorschläge vorgestellt.

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          Nach jahrelangem Streit soll das Eingangsgebäude für die Museumsinsel in Berlin ab 2009 gebaut werden. In dem tempelartigen Gebäude werden unter anderem Restaurants, eine Wechselausstellungshalle, ein Auditorium und Geschäfte untergebracht, wie der britische Architekt David Chipperfield am Mittwoch bei der Präsentation seines Entwurfs sagte. Der Bund stellt 73 Millionen Euro zur Verfügung. Frühere Pläne Chipperfields waren von einer Bürgerinitiative heftig kritisiert worden.

          Das Haus mit den charakteristischen Kolonnaden und der großen, weithin sichtbaren Freitreppe zum Lustgarten hin soll 2012 fertiggestellt werden. Künftig soll die so genannte James-Simon-Galerie vier Millionen Besuchern pro Jahr Orientierung und Information sowie Infrastruktureinrichtungen bieten. Dazu zählen auch Vortragssäle, Seminarräume, ein Medienzentrum, Garderoben und Toiletten. James Simon war ein großer Förderer der Berliner Museen. Durch seine Schenkungen gewannen sie Weltruhm.

          Seine „Ruine aus Stahl und Glas“ stand in der Kritik

          Darüber hinaus soll das Haus für die Verteilung der Besucherströme sorgen. Von hier aus sollen über die unterirdische, so genannte archäologische Promenade vier der fünf großen Museen auf der seit 1999 zum Weltkulturerbe zählenden Insel erreicht werden können. Insgesamt ist das Empfangsgebäude 4.640 Quadratmeter groß. Auf dem brach liegenden Gelände stand bis 1939 das Packhofgebäude von Schinkel.

          In fünf Jahren könnte sie eröffnet werden

          Der Neubau aus hellem Beton und viel Glas liegt zwischen Pergamonmuseum und Neuem Museum, für dessen Restaurierung ebenfalls Chipperfield zuständig ist. Der 54-jährige Stararchitekt hatte einen ersten Entwurf bereits 2001 vorgestellt. Eine Bürgerinitiative „Rettet die Museumsinsel“ mit Günther Jauch an der Spitze war gegen den ihrer Ansicht nach zu modernen Entwurf und versuchte, das Vorhaben zu stoppen. Hier würde eine moderne Ruine aus Glas und Stahl entstehen, die den Status der Museumsinsel als UN-Weltkulturerbe gefährde, argumentierten die Kritiker (siehe auch: Museumsinsel Berlin: Chipperfields Entwurf für das Eingangsgebäude ist mißraten).

          Stiftung wünschte sich bessere „organische Eingliederung“

          Dass der alte Entwurf überarbeitet wurde, lag allerdings nicht an den Kritikern. Vielmehr waren dafür veränderte Vorgaben der Stiftung Preußischer Kulturbesitz verantwortlich, die unter anderem ein kleineres Gebäude „zur verbesserten organischen Eingliederung in das architektonische Umfeld“ verlangte.

          Der Präsident der Stiftung, Klaus-Dieter Lehmann, betonte, der Entwurf habe sowohl beim Berliner Landesdenkmalamt als auch dem Landesdenkmalrat und dem Internationalen Rat für Denkmalpflege (Icomos) Zustimmung ausgelöst. Darüber hinaus sei das Welterbe-Zentrum in Paris informiert worden.

          Lehmann sieht Vollendung einer „Tempelstadt der Künste“

          Lehmann sagte, durch das neue Gebäude sollten die historischen Museen vor Verschleiß geschützt werden. „Chipperfield ist ein spektakulärer Entwurf gelungen, weil er die Stülersche Vision eines arkadischen Museumsensembles in zeitgemäßer Form fortentwickelt und den Zauber einer Tempelstadt der Künste zur Vollendung bringt“, schwärmte er.

          Auf der Museumsinsel sind neben Pergamonmuseum und Neuem Museum (Eröffnung: 2009) noch das im letzten Jahr wiedereröffnete Bode Museum, das Alte Museum (Baubeginn 2012) und die Alte Nationalgalerie (2001 wiedereröffnet) beheimatet. Nach dem so genannten Masterplan sollen die Sanierungsarbeiten 2015 abgeschlossen sein.

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