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„Schoßgebete“ im Kino : Oh Gott, das darf mein Mann nicht sehen

  • Aktualisiert am

Die Autorin Charlotte Roche und Drehbuchautor und Produzent Oliver Berben beim Interview in Berlin Bild: Andreas Pein

Die Schönheit von Lavinia Wilson, das Glück der Bonobos und das Mitleid mit den Männern: Charlotte Roche und der Produzent Oliver Berben sprechen über die Verfilmung von „Schoßgebete“.

          7 Min.

          Frau Roche, Sie haben zwei Bestseller geschrieben, beide sind verfilmt worden, keine Drehbuchautorin war dabei, auch keine Regisseurin - was ist da passiert?

          Charlotte Roche: Es wird mir ja oft vorgeworfen, dass ich zu emotional an Sachen herangehe, aber mir fällt das gar nicht auf, dass das alles Männer sind. Das soll jetzt keine Beleidigung sein, Oliver! Es geht nur darum, wer das beste Gespräch mit mir führt, das ist ja immer erst ein Produzent, der sucht dann den Regisseur aus. Dass die Regisseure in beiden Filmen Männer sind, dafür kann ich nichts.

          Wie muss man sich diese Gespräche vorstellen?

          C.R.: Zusammengekommen sind wir über Marcel Hartges, den Piper-Verleger. Die Anfragen kamen sehr schnell, als das Buch erschienen war. Ich will dann erst mal gar nichts damit zu tun haben. Aber irgendwann muss ich dann mal ran. Und dann haben Oliver und ich uns getroffen, und das Gespräch war mit Lichtjahren Abstand das beste. Du hattest das Buch mit und hast mir vorgelesen, was dich am meisten berührt hat. Ich bin dahingeschmolzen, habe dann aber nicht direkt zugesagt, weil ich ja auch ein bisschen professionell rüberkommen will. Aber es war klar, er kriegt die Rechte.

          Oliver Berben: Ich kann noch ergänzen, dass ich Marcel Hartges angerufen und ihm gesagt habe, dass ich das machen muss, unbedingt. Dass ich mit Charlotte sprechen muss, wenigstens einmal. Die Antwort war folgendermaßen: „Herr Berben, ich muss Ihnen gleich sagen, Constantin Film wird die Rechte nicht kriegen, die Charlotte hätte lieber kleinere Firmen.“ Ich habe trotzdem mehrfach angerufen und dann angeboten, auf eine Lesung von Charlotte zu kommen. Dann waren wir auf einer großen Lesung in Köln, Sönke Wortmann war auch schon mit, weil er es genauso gerne machen wollte. Die Lesung war cool, sie hatte Witz und Charme, obwohl nun wirklich nicht alles unterhaltsam war, was Charlotte gelesen hat. Das Publikum hat großartig reagiert, es war auch interessant zu sehen, wer eine solche Lesung besucht. Viele ältere Herren waren da.

          C.R.: Nichts gegen ältere Herren. Und ich habe euch da sitzen sehen, in der ersten Reihe.

          O.B.: Ich habe mir das nicht ausgesucht, die haben uns die Tickets gegeben. Danach habe ich Marcel Hartges noch ungefähr 87 Mal angerufen, und dann haben wir endlich einen Termin bekommen.

          Es ist Ihr erstes Drehbuch, Herr Berben. Sie haben sich da gleich was Größeres vorgenommen, ein Buch ohne klassischen Plot, nicht linear erzählt. Warum?

          O.B.: Zunächst mal war das gar nicht mein Plan. Ich wollte erst einen Prosatext darüber schreiben, was mich an dem Buch fasziniert hat. Es ist mir nicht gelungen. Dann habe ich mir gesagt, vielleicht ist es leichter, eine Szene zu schreiben. Daraus sind dann hundert Seiten geworden. Ich habe das geschrieben, weil ich sehen wollte, ob ich überhaupt in den Griff bekomme, was mich berührt, bewegt und zum Lachen gebracht hat. Ich wollte immer einen Stoff, der in Wellenbewegungen funktioniert, dass man lacht und im nächsten Moment geschockt ist.

          Und worin lag diese besondere Faszination?

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